"Wir haben trotz der sehr starken Ausweitung der Geldmenge tiefere Preise als vor einem Jahr"

"Wir haben trotz der sehr starken Ausweitung der Geldmenge tiefere Preise als vor einem Jahr"

Seit September vergangenen Jahres achtet die SNB darauf, dass für einen Euro nicht weniger als 1,20 Franken gezahlt wird und greift notfalls mit Käufen in den Handel ein, um den Kurs zu halten. Wegen der großen Rolle des Exports für die Schweizer Wirtschaft haben einige Unternehmen und Gewerkschaften eine Anhebung des Mindestkurses auf 1,40 Franken vorgeschlagen. Der Franken ist wegen der Schuldenkrise in der Eurozone eine Fluchtwährung für Investoren.

"Wir setzen den Mindestkurs konsequent durch. Den Tatbeweis haben wir erbracht. Es ist nun für alle klar, dass wir bereit sind, wenn nötig am Devisenmarkt zu intervenieren. Wir schrecken nicht davor zurück, dabei eine Ausweitung unserer Bilanz in Kauf zu nehmen", sagte SNB-Direktoriumspräsident Thomas Jordan in einem Interview der Zeitung "Sonntagsblick".

"Solange die Durchsetzung des Mindestkurses die richtige Geldpolitik ist, werden wir dies mit aller Konsequenz durchziehen. Die Ausweitung der Bilanz ist nur eine Folge der Geldpolitik. Die damit verbundenen Risiken gilt es zu akzeptieren. Die Nationalbank kann sie tragen.", führte Jordan weiter aus.

Deflation in der Schweiz

Niemand brauche sich vor Inflation fürchten, ganz im Gegenteil, so sei die Teuerung in den kommenden Jahren kein Problem. "Wir müssen den Mindestkurs durchsetzen, um eine deflationäre Entwicklung zu verhindern. Momentan haben wir trotz der sehr starken Ausweitung der Geldmenge tiefere Preise als vor einem Jahr", sagte Jordan.

"Wir befinden uns seit rund fünf Jahren in einer Phase, wie wir sie möglicherweise seit den 1930er-Jahren nicht mehr erlebt haben. Dessen müssen wir uns immer wieder bewusst sein. Die Geldpolitik der Nationalbank kann hier hoffentlich einen Beitrag leisten, damit die Schweiz möglichst gut durch die Krise kommt. Diese ausserordentliche Lage bedeutet für uns, sehr weitgehende Entscheidungen zu treffen, die auch mit grossen Risiken verbunden sein können"

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