Umfrage: Schweizerische Nationalbank wird Euro-Untergrenze verteidigen können

Umfrage: Schweizerische Nationalbank wird Euro-Untergrenze verteidigen können

Das gelte selbst für den Fall, dass die Eurozone auseinanderbrechen würde. Ohne zusätzliche Massnahmen wie Kapitalverkehrskontrollen oder Negtivzinsen, um den Zustrom in den Franken zu brechen, würde es dann aber nicht gehen, erwartet eine nicht unerhebliche Minderheit von von Reuters befragten Ökonomen.

Nur zwei von 13 Befragten rechnen damit, dass die Kursuntergrenze nicht hält, sollte die Eurozone zerbrechen. "Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass die Untergrenze durchbrochen werden könnte, selbst unter hohem Druck nicht", sagte Julien Manceaux von ING. Der einzige limitierende Faktor für die Nationalbank wären Inflationsrisiken.

Die SNB hatte am 6. September den Mindestkurs für die Hauptexportwährung Euro mit 1,20 Franken festgelegt und den Kurs abgesehen von einem Ausrutscher vor Ostern im Markt durchgesetzt. Mit der Verschärfung der Eurokrise und einer zunehmenden Flucht in den Franken im vergangenen Monat mussten die Schweizer Währungshüter aber verstärkt am Devisenmarkt eingreifen. Im Mai stiegen die Devisenreserven so stark wie nie in einem Monat davor um 66 Milliarden auf umgerechnet 303,8 Milliarden Franken. Die Zunahme sei weitgehend auf die Durchsetzung des Euro-Mindestkurses zurückzuführen, erläuterte die SNB.

Eine beträchtliche Zahl von Ökonomen rechnet damit, dass neben der Kursuntergrenze zusätzlich Maßnahmen ergriffen werden, um den Franken im Zaum zu halten: Acht von 19 Experten, antworteten auf eine entsprechende Frage mit Ja. Die überwiegende Mehrzahl erwartet für diesen Fall, dass Bankguthaben von Ausländern mit einen Negativzins belegt werden.

Keine Zinsänderung in Sicht

Dass die Währungshüter am kommenden Donnerstag von ihrer Nullzinspolitik abweichen, erwartet keiner der insgesamt 35 befragten Volkswirte. Sie rechnen im Schnitt damit, dass die SNB ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 1,3 Prozent anhebt von einem Prozent im März sowie weiterhin von sinkenden Verbraucherpreisen ausgeht.

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