SNB zittert vor griechischem Wahlsonntag

SNB zittert vor griechischem Wahlsonntag

Schweizerische Nationalbank (SNB) muss immer mehr Euro aufkaufen um den Mindestkurs zum Franken zu verteidigen. Interventionssumme erreicht bald 100 Prozent des Schweizer BIP.

Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro durchbrochen wird, ist von zuletzt weniger als 10 Prozent auf jetzt über 25 Prozent gestiegen. Das hat Steen Jakobsen, der Chefvolkswirt bei Saxo Bank, in einer Notiz erklärt. "Die Schweizerische Nationalbank (SNB) spricht nicht länger davon, den Mindestkurs anzuheben. Es geht inzwischen nur noch um eine Verteidigung des bestehenden Limits."

Sollte nach den Wahlen in Griechenland am Sonntag tatsächlich die Entscheidung fallen, dass die Griechen den Euro verlassen, dann wird es laut Jakobsen wahrscheinlich die größte 1-Tages-Bewegung in der Schweiz geben.

Den Angaben zufolge war Mai 2012 bislang der Monat mit der stärksten Markt-Intervention durch die SNB. Grund hierfür seien die Zuflüsse nach den Griechen-Wahlen, nach denen keine Regierungsmehrheit zustande gekommen war, gewesen. Sollten sich der Kapitalfluss fortsetzen, dann werde die SNB-Intervention bald 100 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erreichen.

Kapitalverkehrskontrollen werden wahrscheinlicher

Jakobsen wies darauf hin, dass vor einem möglichen Fall des Mindestkurses wohl Kapitalkontrollen eingeführt werden würden.
Die Schweiz habe schließlich bei diesem Thema eine ohnehin recht lange Tradition.

Die SNB hatte den Mindestkurs am 6. September 2011 eingeführt, um die Belastungen für die Schweizer Exportwirtschaft durch die Aufwertung des Franken einzugrenzen. Mit dem Sicherheitsstreben vieler ausländischer Anleger hatte die schweizerische Währung zuvor den Rekordkurs von 1,00749 Franken je Euro erreicht.

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