Schweizer Börse sitzt in der Franken-Falle

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Marktteilnehmer sind besorgt, dass es an der Zürcher Börse abwärts gehen wird, unabhängig davon, ob es in der Eurozone gelingt, die Schuldenkrise zu lösen oder nicht.

Kontrakte zur Absicherung gegen eine Talfahrt des Swiss Market Index (SMI) um zehn Prozent kosteten 1,54-mal mehr als Papiere, die auf ein Plus von zehn Prozent setzen, wie aus Bloomberg-Daten hervorgeht. Die als “Skew” bekannte Preis- Relation erreichte am 3. Juli bei 1,67 ihren bisherigen Rekord.

Sollte sich die Staatsschuldenkrise Europas vertiefen, werden sich Investoren dem Schweizer Franken zuwenden, der als sicherer Hafen in Krisenzeiten gilt, sagt Manish Singh von Crossbridge Capital. Dadurch würde es der Schweizerischen Zentralbank (SNB) schwerer fallen, den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro aufrecht zu erhalten, der zur Unterstützung der exportorientierten Unternehmen des Landes eingeführt wurde. Sollte sich die Lage hingegen verbessern, würden die Investoren Geld in Märkte stecken, deren Unternehmensgewinne stärker vom Wirtschaftswachstum profitieren, fügte er hinzu.

Mindestkurs gefährdet

Sollte die Risikobereitschaft zunehmen, würden Schweizer Aktien dadurch belastet, sagt Singh. Wenn sich hingegen der Euro weiter abschwächt, werde der Euro-Mindestkurs von 1,20 in Frage gestellt. Sollte er fallen und der Franken zulegen, würde das “der Wirtschaft und den Aktien” der Schweiz schaden.

Ähnlich urteilt Markus Wallner, ein Aktienstratege der Commerzbank AG in Frankfurt: “Das Problem für den SMI besteht darin, dass er auf zwei Ebenen Risiken gegenübersteht”, sagt Wallner. “Sollte sich die Lage in Europa plötzlich drastisch verschlechtern, besteht das Risiko, dass der Franken weiter an Wert gewinnt, da die SNB nicht dazu in der Lage sein wird, so stark zu intervenieren. Sollte sich die Krise hingegen abschwächen, werden andere Aktienmärkte den SMI hinter sich lassen. In gewisser Weise ist das eine Lose-lose-Situation.”

Die Fremdwährungsreserven der SNB schnellten Ende Juni auf die Rekordmarke von 364,9 Mrd. Franken hoch, verglichen mit 305,9 Mrd. Franken einen Monat zuvor. Zurückzuführen war dies nicht zuletzt auf die anhaltenden Bemühungen der Zentralbank, den Mindestkurs zu halten.

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