Schweiz: Neuer Notenbank-Chef, alte Franken-Strategie

Sie signalisierte den Devisenmärkten am Mittwoch, dass sie die Entwicklung des Franken-Wechselkurses genau im Auge habe und die Kursgrenze von 1,20 Franken pro Euro weiterhin verteidige.

Die Notenbank fragte bei Banken Terminkurse, sogenannte Forward Rates, ab, die darauf deuten, wie der Markt die Wechselkurse in einigen Monaten einschätzt. Ein Faktor, der die Sätze mitbestimmt, sind Zinsunterschiede in verschiedenen Währungsräumen. Die Sätze lassen aber auch den Schluss zu, dass Marktteilnehmer darauf spekulieren, dass der im September festgelegte Mindestkurs des Euro in einigen Monaten unterschritten werde, der Franken sich also entsprechend aufwerten könnte. Die SNB wollte sich dazu nicht äußern.

Über die Osterfeiertage war der Euro für kurze Zeit unter die Marke von 1,20 Franken gesunken. Der neue SNB-Präsident Thomas Jordan (Bild) führte das auf "Markt-Anomalien" zurück, da an den Transaktionen Banken beteiligt waren, die mit der Schweizer Notenbank keine Handelsbeziehung vereinbart haben. Die Transaktionen, die nur einige Sekunden dauerten, gingen an der SNB vorbei. Die SNB werde eine Aufwertung des Franken verhindern und die Kursgrenze weiter mit allen Mitteln durchsetzen, versicherte Jordan nach Ostern.

Thomas Jordan bleibt SNB-CHef

Der Schweizer Bundesrat hat wenig überraschend den bisherigen Interims-Präsidenten der SNB zum Nachfolger des zurückgetretenen Philipp Hildebrand ernannt. Gleichzeitig hat er den vakanten Sitz im dreiköpfigen SNB-Direktorium sowie den neuen Bankratspräsidenten ernannt.

Als neues Direktoriumsmitglied der Schweizerischen Nationalbank wählte der Bundesrat den Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung, Fritz Zurbrügg. Der 52-jährige Ökonom, der in seiner Berufskarriere unter anderem die Interessen der Schweiz beim Internationalen Währungsfonds vertreten hatte, war vom SNB-Bankrat vorgeschlagen worden.

Der Bundesrat hat im Hinblick auf die Generalversammlung der Nationalbank vom 27. April auch zwei neue Bankräte bestimmt. Neuer Bankratspräsident wird der Neuenburger Staatsrat Jean Studer.

Studer, der bereits dem Bankrat angehört, folgt auf Hansueli Raggenbass. Dieser hatte wegen seiner Rolle in der Affäre Hildebrand angekündigt, dass er sich nach Ende der laufenden Amtsperiode nicht der Wiederwahl stellen werde.

Die Wahl von Thomas Jordan zum neuen Nationalbankpräsidenten erfolgt nicht überraschend. Der 48-Jährige hatte sein Interesse am Präsidium der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bereits am Tag von Hildebrands Rücktritt angemeldet. Wenn ihm der Bundesrat diese Aufgabe zutraue, werde er den Vorsitz des SNB-Direktoriums übernehmen, sagte er damals.

Der Experte für Geldpolitik ist schon seit 1997 für die Nationalbank tätig. Seine SNB-Karriere begann er als wissenschaftlicher Berater. Über mehrere Stationen führte sie ihn nun an die Spitze der Schweizer Zentralbank.

APA/hahn

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