Musterschüler Schweiz erhält stabiles "AAA"

Musterschüler Schweiz erhält stabiles "AAA"

Fitch hat die Top-Bonitätsnote "AAA" der Schweiz bestätigt. Den Ausblick für die Bewertung, der sowohl für Schulden in Franken als auch in Fremdwährungen gilt, beließ Fitch am Donnerstag bei "stabil".

Die Ratingagentur bescheinigte der Alpenrepublik, sie habe ihre öffentlichen Finanzen gut im Griff, verfüge über starke Institutionen und sei gegenüber dem Ausland Nettogläubiger.

Gleichzeitig warnte Fitch, dass eine erhebliche Verschärfung der Schuldenkrise in der Eurozone angesichts der engen wirtschaftlichen und finanziellen Verflechtungen das Schweizer Rating bedrohen könnte. Auch die mögliche Überhitzung des Hypotheken- und Immobiliensektors stelle wegen des damit verbundenen Risikos für das Bankensystem eine Gefahr für die Bewertung dar, ergänzte die Agentur.

Wachstum bremst sich ein

Nach dem überraschend starken Wachstum der Schweizer Wirtschaft im ersten Quartal erwarten Finanzmarktexperten in der zweiten Jahreshälfte eine deutliche Verlangsamung. Der ZEW-Indikator der Konjunkturerwartungen brach im Juni gegenüber dem Vormonat um 39,4 Zähler auf minus 43,4 Punkte ein. Niedriger war der Index zuletzt im Januar, bevor er stark anzog und im April vorübergehend sogar positiv ausfiel. Ähnlich entwickelte sich das ZEW-Barometer im wichtigsten Schweizer Exportmarkt Deutschland. Dort sackte der ZEW-Erwartungsindex im Juni um 27,7 Punkte ab, so stark wie seit fast 14 Jahren nicht mehr. Beide Umfragen fanden vor den Wahlen in Griechenland statt.

In der Schweiz rechnet fast die Hälfte der 46 Befragten nun mit einer Verschlechterung der Wirtschaftslage, wie Credit Suisse am Mittwoch mitteilte. Im Mai standen etwas mehr als ein Fünftel auf der pessimistischen Seite und das Gros hatte stabile konjunkturelle Bedingungen erwartet. "Unseres Erachtens spiegelt diese Veränderung die Erwartung einer erheblichen Wachstumsverlangsamung in der zweiten Jahreshälfte wider, nachdem das Wachstum im ersten Quartal stark positiv überrascht hatte", erklärten Experten der Credit Suisse, die den Index zusammen mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erstellt. Der Index für die Einschätzung der aktuellen Konjunkturlage stieg um 9,7 Zähler auf 19,7 Punkte.

Von den Währungsfront erwarten die Experten keine zusätzlichen Probleme für die Konjunktur. Der Anteil der Analysten, die weiterhin einen stabilen Euro-Franken-Wechselkurs erwarten, war mit 78 Prozent seit Beginn der Befragung noch nie so hoch. Mit einem höheren Eurokurs zum Franken rechnen allerdings auch nur wenige.

Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) warnte zuletzt vor einer Wachstumsverlangsamung im Jahresverlauf. Die Notenbank geht von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,5 Prozent aus nach 2,1 Prozent im Vorjahr.

Krim-Krise: SNB will Franken-Mindestkurs weiter verteidigen

Schweizer Franken

Krim-Krise: SNB will Franken-Mindestkurs weiter verteidigen

SNB-Präsident sieht keinen Grund für ein Ende der Franken-Deckelung

Schweizer Franken

SNB-Präsident sieht keinen Grund für ein Ende der Franken-Deckelung