Der Schweizer Franken am Limit

Schuldner mit Schweizer-Franken-Darlehen können aufatmen. Nach Einschätzung der Credit Suisse wird der von der Schweizer Nationalbank im vergangenen September festgelegte Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken auch künftig halten und allenfalls für Sekunden nach unten durchbrochen werden.

Eine solche Kurzfrist-Verletzung des Limits ist jetzt binnen kurzer Zeit schon zweimal passiert. So rutschte vergangenen Montag der Kurs auf 1,199 Franken, was prompt erhebliche Nervosität auslöste. Maxim Botteron, Volkswirt der Credit Suisse: „Da ein kleiner Teil der Schweizer Banken über keine Limit-Vereinbarung mit der Schweizer Nationalbank verfügt, ist es bei stärkeren Kursveränderungen möglich, dass der Kurs diese Marke für Sekundenbruchteile unterschreitet.“ Stärkere Kurseinbrüche, etwa bei Krisen, erwartet Botteron aber nicht: „Der Nationalbank stehen innerhalb nur eines Handelstages bis zu hundert Milliarden Franken zur Stützung der Währung zur Verfügung. Die Untergrenze ist daher glaubwürdig.“

Vonseiten der Schweizer Wirtschaft sieht der Ökonom wenig Druck auf den Franken. Im Gegenteil: „Die Währung ist deutlich überbewertet.“ Botteron sieht den fairen Wert bei 1,39 Franken pro Euro. Doch für die nächsten zwölf Monate rechnet die Credit Suisse mit einem Anstieg auf nur 1,23 Franken je Euro. Grund für die zurückhaltenden Prognosen für die Euro/Franken-Kurs-Entwicklung ist laut Botteron unter anderem die negative Inflation in der Schweiz, die derzeit bei minus 1,1 Prozent liegt. Das mikroskopische Zinsniveau von 0,11 Prozent für den Dreimonats- Frankenzinssatz lässt ebenfalls keine großen Kurssprünge erwarten.

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