Rohstoffe: Wundenlecken nach Bernanke-Rede

Rohstoffe: Wundenlecken nach Bernanke-Rede

Die Anleger am Rohstoffmarkt geben die Hoffnung auf einen weiteren Geldsegen der US-Notenbank nicht auf. Einen Tag nach der mit Enttäuschung aufgenommenen Rede von Fed-Chef Ben Bernanke setzten die Anleger schon wieder darauf, dass die Federal Reserve im Spätsommer doch noch ein drittes Mal Anleihenkäufe unternimmt (QE3), um die lahmende Konjunktur der USA anzukurbeln.

"Wir rechnen damit, dass Bernanke bei seiner Rede am 31. August in Jackson Hole QE3 bekanntgeben wird", sagte Analystin Anne-Laure Tremblay von BNP Paribas.

Bernanke hatte bei seiner halbjährlichen Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats keine Hinweise darauf gegeben, die Geldschleusen zu öffnen. Er bemängelte jedoch die schleppende Entwicklung auf dem US-Arbeitsmarkt und sagte, grundsätzlich sei die Notenbank bereit, die heimische Wirtschaft zu stützen. An den Rohstoffmärkten gerieten die Preise daraufhin unter Druck, weil viele Investoren auf ein deutlicheres Bekenntnis zur geldpolitischen Lockerung spekuliert hatten.

Anleihenkäufe und ähnliche Maßnahmen der Notenbank lassen die Rohstoffpreise steigen, weil Investoren das zur Verfügung gestellte Geld gern in diese als etwas riskanter geltende Anlageklasse stecken. Zudem dürfte die Maßnahme der Fed den Dollar unter Druck setzen, was die in der US-Währung abgerechneten Rohstoffe für Anleger außerhalb des Dollar-Raumes billiger macht. Außerdem könnte durch QE3 - so die Hoffnung der Fed - die Konjunktur anspringen und die Nachfrage nach Rohstoffen steigen.

Am Mittwoch erholten sich die Rohstoffpreise wieder teilweise, obwohl die Stimmung insgesamt mau blieb. Ein Kupferhändler in Shanghai sagte, die Anleger hätten erkannt, dass es noch immer eine Chance auf QE3 in der Zukunft gebe. Ein anderer Händler rechnet deshalb damit, dass der Kupferpreis in einer Spanne zwischen 7550 und 7750 Dollar pendeln wird. Der Preis für eine Tonne des Industriemetalls lag am Mittwochmittag 0,2 Prozent höher bei 7612 Dollar.

Auch am Öl- und Goldmarkt verlangsamte sich die Talfahrt der Preise deutlich. Brent-Öl verbilligte sich um 0,3 Prozent auf 103,73 Dollar pro Barrel. Das Fass US-Leichtöl wurde mit einem Abschlag von 0,4 Prozent bei 88,84 Dollar gehandelt. Der Goldpreis notierte 0,2 Prozent niedriger bei 1579 Dollar je Feinunze.

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