Aurubis ist optimistisch – Kupfererzeugung brummt

Aurubis ist optimistisch – Kupfererzeugung brummt

Aurubis stemmt sich dank der weltweit hohen Kupfernachfrage erfolgreich gegen den heraufziehenden Konjunkturabschwung in Europa.

"Wir erwarten ein Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres", bekräftigte Vorstandschef Peter Willbrandt in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Eine schrumpfende Nachfrage nach Kupferprodukten wie Kabeln im kriselnden Südeuropa macht Aurubis durch höhere Schmelzlöhne in der Kupfererzeugung und beim Kupferrecycling wett. Sollten die Hamburger ihre Geschäftsziele erreichen, wäre der Konzern in diesem Jahr eines der wenigen Schwerindustrieunternehmen mit einem stabilen Gewinn.

Dagegen stehen andere Branchen bereits im Schatten der Euro-Krise: Den Stahlherstellern machen die Konjunktursorgen ihrer Industriekunden und der hohe Preisdruck zu schaffen. Aurubis-Großaktionär Salzgitter etwa hatte unlängst seine Jahresprognose für die Stahlsparte gesenkt und erwartet nun einen Verlust. Deutschlands größter Stahlkonzern ThyssenKrupp schickt Beschäftigte in Kurzarbeit. Grund sind auch die Probleme in der Automobilindustrie, da in Südeuropa kaum noch Neuwagen verkauft werden und Hersteller wie Fiat, Peugeot oder Opel eher über Werksschließungen als über neue Aufträge nachdenken. Die Autofirmen und ihre Lieferanten sind nach wie vor wichtige Abnehmer von Stahl. Da in Autos auch viel Kupfer verbaut wird, bekommt auch Aurubis die Schwäche zu spüren. Die Auslieferungen an Kupferprodukten wie Kabeln für die Fahrzeugelektronik lägen 15 bis 20 Prozent unter dem Vorjahr, berichtete Willbrandt.

Gegenwärtig sei vor allem der Süden vom Sparkurs der Regierungen betroffen, während der Norden noch verschont sei. Er rechne jedoch damit, dass der Abschwung weitere Länder erfasst. "Ich glaube nicht, dass sich Deutschland dem allgemeinen Trend auf Dauer wird entziehen können." Die Signale aus der Automobilindustrie kündigten dies bereits an.

Kupfererzeugung brummt

Den Rückgang bei Kupferprodukten macht die einstige Norddeutsche Affinerie durch gute Geschäfte in der Erzeugung von Primärkupfer und dem Recycling wett. Die Kupferhütte kauft den Rohstoff bei den Minen ein und macht daraus Kathoden, die anschließend weiterverkauft oder von Aurubis selbst zu Gießwalzdraht oder Stranggussprodukten verarbeitet werden. Dafür kassiert der Konzern den Schmelzlohn, eine wichtige Ertragsquelle des Unternehmens, das in der Kathodenproduktion weltweit hinter der staatlichen chilenischen Codelco liegt. Zudem klingeln die Kassen des Konzerns mit einem Jahrsumsatz von zuletzt 13 Milliarden Euro und 6300 Beschäftigen, weil die Preise für Schwefelsäure steigen. Diese fällt in der Kathodenproduktion an und ist in der Düngemittel- und Chemieindustrie gefragt.

"Auch der Preis für Altkupfer hat sich nach dem Rückgang des Kupferpreises stabilisiert und steigt wieder - mit zufriedenstellendem Schmelzlöhnen", erläuterte Willbrandt. Aurubis, deren Firmenname für "rotes Gold" steht, ist auch Europas größter Kupferrecycler. Die Produktion sei sowohl im Recycling als auch in der Primärkupfererzeugung voll ausgelastet.

Gefüllte Kriegskassa

Der Konzernchef hob hervor, dass Aurubis wegen der robusten Geschäfte über die nötige "finanzielle Schlagkraft" für weitere Übernahmen verfüge. Willbrandt schloss nicht aus, dass Aurubis zugreifen werde, fall sich in Europa Gelegenheiten für Zukäufe ergeben sollten. Es gebe derzeit aber keine konkreten Vorhaben. Willbrandt bekräftigte zudem das Interesse an einer Expansion in Länder mit Rohstoffvorkommen beziehungsweise in wachsende Märkte in Lateinamerika und Asien. "Es geht darum, Übernahmeziele zu finden, bei denen wir etwas besser machen können, als es bisher dort der Fall war." Konkreter wurde er nicht. Hintergrund ist, dass die Rohstoffkonzern zurzeit erheblich in den Ausbau von Kupferminen investieren. Damit verbessern sich nach Einschätzung von Experten auch die Geschäftsaussichten in der Kathodenproduktion.

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