Analyse: Skandinavische Währungen nur noch zweite Wahl

Analyse: Skandinavische Währungen nur noch zweite Wahl

Die Kreditwürdigkeit ist top und die Wirtschaft im Vergleich zur Euro-Zone robust. Als "sicherer Hafen" sind Norwegen und Schweden dennoch nur zweite Wahl, weil in der Schuldenkrise für viele Devisen-Anleger vor allem Größe zählt.

"Gerade in unsicheren Zeiten bevorzugen Anleger Währungen mit größerer Liquidität wie den Dollar, weil sie hier leichter rein- und rausgehen können", erklärt Katja Müller, Devisen-Analystin der LBBW. "Währungen wie die norwegische und schwedische Krone, die weniger liquide sind, erscheinen dann im Vergleich zum Dollar auch weniger attraktiv."

Seit Mai, als sich vor allem die Probleme in Griechenland und Spanien verschärften, gingen die norwegische und schwedische Krone gegenüber dem Dollar auf Talfahrt - zum Teil sogar noch stärker als der Euro selbst.

Anfang Juni musste man für einen Dollar 7,3281 schwedische Kronen zahlen, so viel wie seit September 2010 nicht mehr. Für Norweger war die US-Währung mit 6,1705 Kronen zeitweise so teuer wie zuletzt vor eineinhalb Jahren. Die Angst vor einem möglichen Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone sowie die sich zuspitzenden Probleme im spanischen Bankensektor haben die Anleger in die US-Währung getrieben. "Die Euro-Krise droht zu eskalieren und der Dollar gilt dann als ultimativer sicherer Hafen", sagt Commerzbank-Analystin Antje Praefcke.

Im ersten Quartal, als die billionenschweren Geldspritzen der EZB für den Finanzsektor noch für etwas Entspannung an den Märkten gesorgt hatte, war die schwedische Krone noch um mehr als vier Prozent in die Höhe geschnellt. Die norwegische Währung kam auf ein Plus von knapp fünf Prozent - bis die Zentralbank in Oslo Mitte März überraschend die Zinsen senkte, um eine weitere Aufwertung der Währung zu verhindern.

Norwegen ist unabhängiger

Als europäische Alternative zum Euro dürfte jedoch vor allem die norwegische Krone für den einen oder anderen Anleger attraktiv bleiben, sagt Commerzbank-Expertin Praefcke. Derzeit pendelt der Euro in einer Spanne zwischen 7,50 und 7,60 Kronen. "Norwegen ist in der Schuldenkrise eher als sicherer Hafen zu sehen als Schweden, weil das Land aufgrund seiner Öl- und Gasvorkommen unabhängiger von den Entwicklungen in der Euro-Zone ist", fügt die Analystin hinzu.

Das skandinavische Land wuchs im ersten Quartal um 1,1 Prozent, während die Wirtschaft der Euro-Zone stagnierte. Die stark exportorientierte schwedische Wirtschaft verbuchte im selben Zeitraum ein Plus von 0,8 Prozent, nachdem sie im Schlussquartal des abgelaufenen Jahres zum ersten Mal seit 2009 geschrumpft war. "Schweden gehört nicht nur zur Europa, sondern liefert auch 35 Prozent seines gesamten Exports in die Länder der Euro-Zone," erklärt Torsten Gellert vom Handelshaus FXCM. Damit sei es schwer, sich auf Dauer von der Krise bei den Nachbarn abzukoppeln. Für einen Euro erhielt man zuletzt rund neun schwedische Kronen.

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