Private Investoren besitzen mehr Gold als Frankreich

Private Investoren besitzen mehr Gold als Frankreich

Gold-Investoren bekommen nicht genug: Über Exchange Traded Products (ETPs), die mit physischem Gold hinterlegt sind, halten Anleger weltweit 78,37 Millionen Feinunzen des Edelmetalls. Das sind mehr als die Goldreserven Frankreichs.

Frankreich besitzt nämlich "nur" 78,3 Millionen Unzen. Anders formuliert: Das Investoren-Gold in ETPs ist mittlerweile der viertgrößte Goldhort überhaupt. Es hat laut Daten von Bloomberg und dem Internationalen Währungsfonds einen Wert von 128,7 Milliarden Dollar. Lediglich die USA, Deutschland und Italien sitzen auf noch mehr Gold. Im laufenden Jahr sind die Goldassets der ETPs um 2,6 Millionen Unzen, das sind 3,4 Prozent, angewachsen. Im weiteren Verlauf diesen und des nächsten Jahres sollen weitere 4,8 Millionen Unzen dazukommen, erwarten die Analysten von Barclays.

Entsprechend verteuerte sich das Edelmetall heuer um fünf Prozent - und setzt damit die bereits elf Jahre laufende Rally fort. Die europäische Schuldenkrise und die geldpolitischen Stimulus-Maßnahmen der Zentralbanken unterstützen den Goldpreis.

Paulson und Soros stocken deutlich auf

Der Milliardär John Paulson steht offenbar ebenfalls auf Gold: Im zweiten Quartal erhöhte er seinen Anteil am größten Gold-ETF, dem SPDR Gold Trust, um 26 Prozent. George Soros verdoppelte seinen Anteil laut Daten der US-Securities and Exchange Commission sogar. Paulson's Anteil (über das Unternehmen Paulson & Co.) am SPDR Gold Trust belief sich am Quartalsende auf 5,2 Prozent - ein Wert von 3,47 Milliarden Dollar. Soros Fund Management hielt 884.400 Anteile, die derzeit etwa 140 Millionen Dollar wert sind. Der IWF - zum Vergleich - hält 2814 Tonnen Gold - mehr als Italien, aber etwas weniger als Deutschland.

"Die Menschen wollen in eine Assetklasse investieren, die die Kaufkraft ihres Geldes erhalten wird", begründet Ross Norman, CEO des Londoner Brokerhauses Sharps Pixley. "Es geht nicht darum, ob man mit Aktien eine bessere Rendite erzielen würde oder so etwas in der Art, sondern darum, dass man sich sicher fühlt. Der Großteil dieser Goldinvestoren sind langfristig engagiert."

Während Gold zwar aktuell mit 1641 Dollar je Unze um 15 Prozent günstiger ist als im September, als das Edelmetall ein Rekordhoch von 1921,15 Dollar markierte, kostet es immer noch fünfmal so viel als vor einem Jahrzehnt. Im gleichen Zeitraum konnte der MSCI World Index lediglich 56 Prozent zulegen. US-Staatsanleihen schafften eine Performance von 65 Prozent, wie Index-Daten von Bank of America belegen.

In zwölf Monaten, so die Prognose von Goldman Sachs, soll der Goldpreis ein neues Hoch erreichen - bei 1940 Dollar je Unze.

Weihnachtsgeschenke für die Ewigkeit aus Silber und Gold

Gold

Weihnachtsgeschenke für die Ewigkeit aus Silber und Gold

Gold und Öl: Die Preise fallen weiter

Gold

Gold und Öl: Die Preise fallen weiter