"Wir sehen alle wie Japan aus und stehen vor einem verlorenen Jahrzehnt"

Die Renditen von Staatsanleihen von Deutschland, Großbritannien und den USA sind derzeit in der Nähe ihrer Rekord-Tiefststände, weil es den Politikern nicht gelingt, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Das erklärte Paul Krugman, der Volkswirt und Nobelpreisträger, im Interview mit Bloomberg Radio. Er sieht darin ein Zeichen dafür, dass all diesen Ländern ein so genanntes “verlorenes Jahrzehnt” droht.

“Ich bin eigentlich nicht so sehr überzeugt von der Flucht-in-die-Qualität-Story, zumindest wird das aber völlig überbewertet”, sagt Krugman, der an der Princeton University lehrt. “Es sieht danach aus als würden wir alle auf verlorene Jahrzehnte zusteuern. Das würde bedeuten, dass die Zinsen noch für eine wirklich lange Zeit nahe Null bleiben werden.”

Zehnjährige Bundesanleihen rentierten am Dienstag mit 1,46 Prozent, nachdem sie am Montag auf 1,43 Prozent abgesackt waren, den niedrigsten Stand seit mindestens 1989. Bei US-Treasuries mit der gleichen Laufzeit betrug die Rendite 1,78 Prozent, verglichen mit dem Allzeittief von 1,67 im September. In Großbritannien fielen die Gilts am Montag auf 1,89 Prozent zurück und damit ebenfalls auf den niedrigsten Stand seit mindestens 1989.

Japan als warnendes Stagnations-Beispiel

Der Begriff des verlorenen Jahrzehnts geht auf die Zustände in Japan in den 90er Jahren zurück. Die Wirtschaft des Landes sackte in dem Zeitraum nach dem Platzen der Immobilienblase immer wieder in eine Rezession ab. Das durchschnittliche jährliche Wachstum betrug etwa ein Prozent.

Investoren fragen, “wann werden die kurzfristigen Zinsen Ihrer Meinung nach in den USA wieder steigen? Wann werden sie in Deutschland oder Großbritannien steigen?”, sagt Krugman. Meine Antwort lautet, dass dies noch mehrere Jahre nicht passieren wird. Wir sehen alle wie Japan aus.”

Bloomberg/hahn

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