Turbo-Zertifikate: Wie Sie mit Hebel auf steigende und fallende Kurse setzen

Turbo-Zertifikate: Wie Sie mit Hebel auf steigende und fallende Kurse setzen

Sekunden werden scheinbar zu Minuten. Ständig flackern die Echtzeitkurse am Bildschirm auf. Dann erfolgt die Erlösung: Das DAX-Zertifikat mit Hebel 50 hat sich verdoppelt. Diesmal ist die Strategie fürs schnelle Geld aufgegangen.

Mit Hebelzertifikaten auf fallende oder steigende Kurse lassen sich in Minuten ein paar Hundert Euro verdienen. Dreht der Index aber in die falsche Richtung, ist genauso schnell der gesamte Einsatz verspielt. Andreas Beck, ein Wiener Privatanleger, der einen Großteil seines Lebensunterhalts mit Hebelzertifikaten verdient, weiß, wie riskant die Geschäfte sind: "Wenn die Gier zuschlägt, ist das Versagen vorprogrammiert. Das Wichtigste ist, dass man zum Beispiel mithilfe von Charttechnik eine Vorstellung bekommt, wie sich der Markt weiterentwickeln könnte. Dann warte ich, bis ein Index ein von mir definiertes Level erreicht, und gebe eine Kauforder mit Limit ein.“ Aufgrund der hohen Volatilität ist es nämlich derzeit zu gefährlich, ein Hebelzertifikat ohne Limit, also "market“, zu kaufen.“

Als Charttechniker wartet Beck auf das Ende von Trendkanälen als Wendepunkt für passende Einstiegslevels. Freilich läuft es nicht immer nach Plan: Mittels Charttechnik lassen sich zwar Trends und Chartformationen, bei denen mit großer Wahrscheinlichkeit steigende oder fallende Kurse folgen, definieren, die Börsen-Realität verhält sich allerdings trotzdem in vielen Fällen anders. Tipp: Die Plattform www.godmode-trader.de hilft dabei, Kurs-Limits richtig zu setzen. Unter dem Navigationspunkt Hebelzertifikate findet sich ein Knock-out-Rechner, der nach der Eingabe eines Index-Kurses automatisch den Kurs des Zertifikats auswirft.

Ausgehebelt

Beim risikoreichen Daytrading, bei dem Beck die Turbos nur zwischen zwei Stunden und zwei Tagen behält, arbeitet er mit sehr hohen Hebeln zwischen zehn und 30: "Geht es aber darum, Werte im Depot abzusichern, wähle ich weit konservativere Produkte mit einstelligen Hebeln.“ Beispiel: Wenn der Hebel auf fallende Kurse fünf beträgt und sich der Basiswert, also der zugrunde liegende Index, oder auch eine Aktie um fünf Prozent nach unten bewegt, erzielt man einen Gewinn von 25 Prozent. So kann man das Depot mit relativ geringem Einsatz gegen hohe Kursverluste immunisieren.

Auf www.ariva.de lassen sich Zertifikate nach K.-o.-Schwelle oder Hebel filtern und vergleichen. Als K.-o.- oder Knock-out-Punkt wird jener Preis definiert, zu dem das Zertifikat mehr oder weniger wertlos verfällt. Ein Beispiel: Liegt das K.-o.-Level für ein Long-Hebelzertifikat auf einen steigenden DAX bei 6.700 Punkten, also unter dem aktuellen Niveau, verfällt das Zertifikat, sobald der Index diese Schwelle berührt. Je kleiner der Abstand des K.-o.-Levels zum Basiswert ist, umso höher ist der Hebel des Zertifikats und umso intensiver muss das Produkt überwacht oder mittels "Stop-Loss-Limits“ vor dem Totalverlust geschützt werden.

Viele Onlinebroker bieten die Möglichkeit einer sogenannten OCO-Order (One-Cancels-the-Other-Order). Dabei wird gleichzeitig ein Stop- und ein Take-Profit-Limit festgelegt. Herbert Wüstefeld, Zertifikateexperte der RBS: "So kann man Gewinne mitnehmen und läuft nicht Gefahr, wie ein kollabiertes Eichhörnchen dabei zuzusehen, wenn ein zuvor gestiegenes Hebelzertifikat plötzlich massiv an Wert verliert.“

Damit die K.-o.-Schwelle nur innerhalb der Börsenhandelszeiten (beim DAX von 9 bis 17.30 Uhr) ausgelöst werden kann, sollten Anleger Papiere vermeiden, die mit einem X gekennzeichnet sind. Beck: "X-Zertifikate sind zwar billiger, aber Anleger laufen Gefahr, dass zum Beispiel ein DAX-Hebelzertifikat in der Nacht ausstoppt, weil der nachbörslich berechnete DAX kurzfristig stark ins Minus rutscht.“

Beck hofft übrigens nach den jüngsten starken Kursgewinnen im DAX auf fallende Märkte und hat sein Depot vorsorglich schon einmal mit DAX-Shorts gespickt.

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