Die Euro-Zone hat Megastress an den Kreditmärkten

Der Stress an den weltweiten Kreditmärkten steigt zurzeit so stark wie seit sechs Monaten nicht mehr. Das Polit-Chaos in Griechenland und die Zuspitzung an den Anleihenmärkten bezüglich Spanien wirken belastend.

Zins-Swap-Spreads, mit denen die Angst an den Kreditmärkten gemessen wird, kletterten den höchsten Stand seit vier Monaten. Gleichzeitig schnellten die Kosten für die Absicherung gegen einen Ausfall von Unternehmensanleihen in den USA so stark hoch wie seit fünf Monaten nicht mehr.

Die Abneigung von Banken, einander Geld zu leihen, ist auf dem höchsten Stand seit Februar. Und am späten Montag begann die Ratingagentur Moody’s Investors Service die Bonitätsnoten europäischer Banken zu reduzieren und fing mit den italienischen Finanzinstituten an.

Zerstörerische Kraft Griechenlands

“Wir werden solche Anfälle von Volatilität immer wieder sehen, solange keine strukturellen Reformen in Europa stattfinden”, sagt Thomas Higgins, globaler Makro-Stratege bei Standish Mellon Asset Management in Boston. Ein Austritt Griechenlands aus dem Euroraum “wäre zerstörerisch, vor allem für die europäischen Kreditmärkte”.

Die zweijährigen US-Zins-Swap-Spreads kletterten am Montag um 3,2 Basispunkte auf 37,9 Basispunkte - den höchsten Stand seit dem 10. Januar. Am Dienstag ging es weiter aufwärts - in der Spitze bis auf 39,25 Basispunkte. Die Messzahl steigt, wenn sich Investoren in die als sicherer eingeschätzten Staatsanleihen zurückziehen. Sie fällt, wenn sie andere Anlagearten favorisieren, wie beispielsweise Unternehmensbonds.

In diesem Monat hat der Spread bereits neun Basispunkte zugelegt - das ist der stärkste Anstieg seit November. In dem Monat lag der Anstieg insgesamt bei neun Basispunkten. “Sollte Griechenland aus dem Euro herausfallen, würde das kurzfristig zu einem sehr hohen Stress am Markt sorgen”, sagt James Sweeney, weltweiter Stratege bei Credit Suisse Group, im Telefoninterview mit Bloomberg News. Dann sei mit einer deutlich nachlassenden Risikoneigung zu rechnen, fügte er hinzu.

Mit zur Nervosität am Markt beigetragen hat auch die Meldung von JPMorgan in der vergangenen Woche, 2 Mrd. Dollar im Handel verloren zu haben. Das habe das Vertrauen in die großen Finanzkonzerne weiter untergraben, sagt Ashish Shah, Leiter weltweite Kredit-Investments bei AllianceBernstein.

“Diese schlimme Überraschung von einer der besser geleiteten Banken macht wieder deutlich, wie undurchsichtig die Risiken bei den global tätigen Investmentbanken sind”, sagt Peter Nerby, Senior Vice President bei Moody’s, in einer Notiz vom Montag. Der Verlust deute zudem darauf hin, dass auch die Anleihegläubiger dieser Institutionen gefährdet sein könnten, fügte er hinzu. “Es geht weniger um den Verlust, den sie verbucht haben und mehr um Befürchtungen im Zusammenhang mit den Positionen, die sie aufgebaut haben und jetzt unter Umständen auflösen müssen”, sagt er.

Bloomberg/hahn

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