Byron Wien: "Der Ölpreis wird fallen"

Seit Jahresbeginn hat sich Öl um ein Zehntel verteuert. Der für provokante Prognosen bekannte Investmentstratege Byron Wien rechnet nun aber mit einem Rückgang.

"Es ist das erste Mal in meiner Karriere, dass ich vorhersage, dass innerhalb eines Jahres die Preise unter das Niveau vom 1. Jänner zurückfallen", sagte der 79-Jährige der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Mit seiner Prognose wagt sich Wien weit vor: Zwar ist der Preis von Brent-Öl, seit Mitte März um rund 8 Dollar auf 118 Dollar pro Barrel gefallen. Der Kurs liegt aber immer noch zwölf Prozent höher als zu Jahresbeginn. Die US-Sorte WTI liegt um fünf Prozent über dem Niveau vom 1. Jänner.

Iran-Panik übertrieben

Allerdings stützt sich Wien auf Beobachtungen, die viele Analysten grundsätzlich teilen. Die Aufregung über den Konflikt mit dem Iran sei übertrieben, sagte er: "Der Ölpreis enthält eine Iran-Prämie wegen Spekulationen über einen Angriff Israels auf den Iran. Ich glaube nicht, dass Israel das tun wird." Zudem werde die Ausweitung unkonventioneller Fördertechniken in den USA unterschätzt. Die Lagerbestände in den Vereinigten Staaten erreichten in der vergangenen Woche mit 376 Millionen Barrel den höchsten Stand seit September 1990.

Fundamental halten auch die Rohstoff-Experten der Commerzbank den Ölpreis für übertrieben hoch. Die auf ein 20-Jahrestief gefallene Ölproduktion im Iran werde durch Produktionssteigerungen in Saudi-Arabien, Irak und Libyen mehr als ausgeglichen, schrieben sie am Mittwoch. Insgesamt fördere die Opec täglich 1,75 Millionen Barrel mehr als benötigt.

"Mit Blick auf das physische Angebot gibt es keine Anspannung", zitierte Bloomberg den Analysten von JBC Energy. Trotzdem hat die Furcht vor einer Eskalation des Iran-Konflikts einen deutlichen Preisrückgang bislang verhindert.

Agenturen/hahn

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