"Ronny Pecik hat sich nie in die Geschäftstätigkeit eingemischt"

"Ronny Pecik hat sich nie in die Geschäftstätigkeit eingemischt"

Ronny Pecik ist raus. Der Industrielle verkauft seinen Anteile an der Matejka & Partner Vermögensverwaltung an die Wiener Privatbank. FORMAT gaben die beiden strategischen Partner Wolfgang Matejka und Eduard Berger das erste Interview.

FORMAT: Herr Matejka, warum kam es zur Trennung zwischen Ihnen und Ronny Pecik?

Matejka: Der Punkt war, dass unsere Ziele unterschiedlich wurden und wir uns nicht gegenseitig im Weg stehen wollten. Mit dem Ausstieg hat seine Themis-Privatstiftung wieder jenen Freiraum den sie braucht, um eigene Ideen weiterzuverfolgen.

FORMAT: Sind Sie im Streit auseinandergegangen?

Matejka: Nein, wir hatten ein sehr korrektes Verhältnis. Es gab die Rolle in der Matejka & Partner-Vermögensverwaltung, die ich ausgefüllt habe und die Themis-Privatstiftung in der Pecik seine Aufgaben wahrgenommen hat. Ich respektiere Herrn Peciks Zugang zu Investments, aber als Wertpapierfirma kann es passieren, dass man sich da auch im Weg steht. Um das zu vermeiden war es wichtig zur Seite zu steigen.

FORMAT: Sind Sie froh, dass das Thema Pecik jetzt abgeschlossen ist, weil auch immer wieder der Vorwurf im Raum stand das Ihre Fonds in Aktien von Unternehmen investiert, an denen auch Ronny Pecik ein Interesse hatte?

Matejka: Nein, das war kein Grund für die Trennung. Er hat sich auch nie in unsere Geschäftstätigkeit eingemischt.

FORMAT: Herr Berger, wie haben Sie Ronny Pecik erlebt?

Berger: Die Verhandlungen waren kurz und von Handschlagqualität geprägt.

FORMAT: Wie teuer war die 75-prozentige Beteiligung?

Berger: Wir haben Stillschweigen vereinbart. Ich kann nur so viel sagen: der Preis war fair.

FORMAT: Was erhofft sich die Wiener Privatbank von der Kooperation?

Berger: Die Finanzbranche ist durch die Krise zunehmend unter Druck geraten. Im Rahmen dieser Konsolidierung wollen wir eine aktivere Rolle spielen. Durch die Partnerschaft bündeln wir Kompetenzen und erreichen eine kritische Masse, die uns hilft auch an größere Mandate zu kommen. Alfred Reisenberger wird, nach Genehmigung der Transaktion durch die FMA, die Geschäftsführung von Matejka & Partner verstärken. Die Märkte sind derartig anspruchsvoll geworden, dass sich hochkarätige Know-How-Träger nicht auf die Zehen steigen werden.

FORMAT: Wäre zu einem späteren Zeitpunkt ein Komplettzusammenschluss denkbar?

Berger: Nein. Wolfgang Matejka wird auch in Zukunft mit 25 Prozent beteiligt bleiben. Wir wollen das Unternehmen noch stärker als unabhängiges Asset Management-Haus positionieren.

FORMAT: Ist damit auch das Gerücht aus der Welt geschaffen das die Wiener Privatbank zum Verkauf steht?

Berger: Das Gerücht gibt es genauso lange wie die Bank selbst. Zuletzt haben sich führende Manager und auch ich wesentlich beteiligt. Das ist ein eindeutiges Signal, dass unsere Eigentümer keinen Verkauf im Sinn haben.

FORMAT: Haben Sie noch abschließend einen Tipp für Anleger wohin es an den Aktienmärkten gehen wird?

Matejka: Ich bin positiv gestimmt. Der Großteil an schlechten Nachrichten ist auf dem Tisch. IWF, EZB und die Politik haben noch alle Waffen, um die Banken zu stabilisieren. Die Bewertungen von Aktien sind günstig. Wenn Aktienmärkte fallen sprechen immer alle vom Verkaufen dabei muss man die Ausverkaufspreise für Zukäufe nutzen.

Grundsolide Renditen bei Immobilienaktien

Börse Wien

Grundsolide Renditen bei Immobilienaktien

Voestalpine ist bei South Stream als Lieferant im Geschäft

Russland

Voestalpine ist bei South Stream als Lieferant im Geschäft

Immofinanz bereitet Teilausstieg aus Buwog vor

Börse Wien

Immofinanz bereitet Teilausstieg aus Buwog vor