Hans Peter Haselsteiner zieht sich 2014 zurück

Hans Peter Haselsteiner zieht sich 2014 zurück

Der Patriarch des Baukonzerns Strabag, Hans Peter Haselsteiner, will sich aus dem Vorstand zurückziehen.

Der langjährige Konzernchef und Hauptaktionär werde sein Amt zur Hauptversammlung im Juni 2014 an den Chef der Deutschland-Tochter abgeben, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Der 68-jährige Haselsteiner ist eine der wichtigsten Unternehmerpersönlichkeiten in Österreich. Er hatte vor 40 Jahren bei einem Vorgängerunternehmen der Strabag begonnen und den Konzern durch zahlreiche Zukäufe zu einem der Marktführer in Europa aufgebaut. In den vergangenen Wochen hatte es bereits Gerüchte über ein vorzeitiges Ausscheiden gegeben. Eigentlich wäre sein Vertrag bis Ende 2015 gelaufen.

Der designierte Nachfolger Thomas Birtel sei die "natürliche Wahl", sagte Haselsteiner. "Er ist jung genug, um den Konzern dynamisch zu führen, alt genug, um Risiken, die nicht beherrschbar sind, zu vermeiden, und durch seine Funktion als Vorstandssprecher der Strabag AG, Köln, ausgezeichnet vorbereitet, ein noch größeres Schiff zu steuern." Der 58-jährige Birtel verantwortet das Hoch- und Ingenieurbaugeschäft, das dem Unternehmen in Zeiten rarer Straßenbauaufträge durch klamme öffentliche Kassen vergleichsweise stabile Erträge liefert. "Der Hoch- und Ingenieurbau hat große Freude gemacht", hatte Haselsteiner bei der Bilanzpressekonferenz die Sparte gelobt. Birtel arbeitet seit 16 Jahren bei Strabag.

Strabag baut nun auch den Rest des Vorstands um: Der stellvertretende Vorstandschef Fritz Oberlerchner scheide aus dem Gremium aus das damit von sechs auf fünf Mitglieder schrumpft. Er übernehme die Leitung einer Management-Gruppe, die die künftige Strategie des Konzerns festlegen soll. Statt wie bislang nach Sparten wie Hoch- und Ingenieurbau oder Verkehrswegebau teile der Vorstand seine Zuständigkeiten künftig nach Regionen und Sonderbereiche auf.

Bauherr und Unternehmer aus Leidenschaft

Haselsteiner hatte das Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten geprägt. Neben den Kernmärkten Deutschland und Österreich ist die Firma in einigen Märkten Zentral- und Osteuropas vertreten. Zuletzt hat Haselsteiner insbesondere den Ausbau des Geschäfts in Russland vorangetrieben, wo Strabag die Beteiligung am russischen Bauunternehmen Transstroy unter Dach und Fach bringen will. Dieses Projekt wolle er noch "in seiner aktiven Zeit" beenden, hatte er angekündigt.

Seine enge Verbundenheit mit Strabag rührt auch von seinem gewichtigen persönlichen Engagement: Er besitzt rund 29,5 Prozent der Aktien und ist damit größte Einzelinvestor der Strabag.

Abseits des Baukonzerns hatte sich Haselsteiner in Österreich als Unternehmer und Investor einen Namen gemacht. Er hält mehr als ein Fünftel am Immobilienunternehmen conwert und hat gemeinsam mit Partnern die "Westbahn" ins Leben gerufen, die der Staatsbahn ÖBB auf einer ihrer profitabelsten Strecken von Wien nach Salzburg Konkurrenz macht.

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