Spanien verhagelt ING-Bilanz

Spanien verhagelt ING-Bilanz

Nach der Finanzkrise 2008/2009 bekommt der Finanzkonzern ING nun die Euro-Schuldenkrise voll zu spüren. Der Nettogewinn brach im zweiten Quartal ein. Nun sollen die Asien-Töchter scheibchenweise verkauft werden.

Damit sollen der auf bis zu sieben Milliarden Dollar (5,7 Milliarden Euro) taxierte Erlös maximiert und der Verkaufsprozess beschleunigt werden.

"Einiges wird schneller gehen als anderes, Gemeinschaftsunternehmen brauchen mehr Zeit. Einiges wird relativ schnell gehen", sagte ING-Chef Jan Hommen am Mittwoch bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für das zweite Quartal.

Insgesamt liege die Bank aber mit dem Verkauf der Versicherer
und Vermögensverwalter in Asien im Plan. Für das europäische
Versicherungsgeschäft sei ein Börsengang die erste Wahl. Bei den
Vorbereitungen werde die ING einen Zahn zulegen, sagte Hommen.
Auch das US-Geschäft wird an die Börse gebracht.

Für alle Versicherer in Asien zusammen waren nach Reuters-Informationen nur zwei Bieter übrig geblieben: die kanadische Manulife und die Nummer drei auf dem Kontinent, die ehemalige AIG-Tochter AIA. Doch ihre Offerten sind für ING unattraktiv. Lukrativer dürfte es daher
sein, das Geschäft in drei Teilen abzugeben: Südostasien, Südkorea und die attraktiven Teile des Japan-Geschäfts. Dazu wollte sich Hommen nicht konkret äußern.

Nach Finanzkrise belastet jetzt vor allem Spanien

ING hatte in der Finanzkrise 2008 zehn Milliarden Euro vom Staat gekommen. Die EU-Kommission zwang den Finanzkonzern daher, seine Bilanzsumme bis 2013 um fast die Hälfte zu reduzieren und das Versicherungsgeschäft zu verkaufen. Mit dem Erlös sollen die
Staatshilfen zurückgezahlt werden.

Im Kerngeschäft bekommt ING die Euro-Schuldenkrise immer mehr zu spüren. Der Nettogewinn fiel im zweiten Quartal um 22 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Kein von Reuters befragter Analyst hatte ein so geringes Ergebnis erwartet. Vor allem in Spanien und Griechenland musste der Finanzkonzern Rückstellungen für faule Kredite bilden. Die Aktie wurde daraufhin mit Abschlägen von 1,9 Prozent gehandelt.

Die Bank wolle ihr Engagement in spanischen Staatsanleihen
herunterfahren, um Refinanzierung und Geschäft in dem Land in
der Balance zu halten, kündigte Hommen an. "Wir haben unsere
Bemühungen beschleunigt, Risiken aus unserem Investment-Portfolio herauszunehmen." Viele Institute versuchen derzeit, in den wackligen Euro-Ländern ihre Verpflichtungen und Kredite in Übereinstimmung zu bringen, um von einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

Bei den Versicherern der Gruppe lief vor allem das Geschäft in den Benelux-Staaten überraschend schlecht, insgesamt brach das Ergebnis hier um mehr als die Hälfte auf 229 Millionen Euro ein. In der Banksparte blieben mit 995 Millionen Euro 13 Prozent weniger übrig als vor einem Jahr.

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