KKR kauft sich für 586 Millionen Besteck und Geschirr

KKR kauft sich für 586 Millionen Besteck und Geschirr

Der deutsche Besteck-, Geschirr- und Kaffeemaschinenhersteller WMF wechselt den Besitzer.

Der US-Finanzinvestor KKR bietet mehr als 586 Mio. Euro für das Traditionsunternehmen aus dem schwäbischen Geislingen an der Steige, wie er am Freitag mitteilte. Die Mehrheit der Stammaktien hat KKR bereits sicher: Der schweizerische Finanzinvestor CapVis verkauft seine Anteile für mindestens 238 Mio. Euro an die Amerikaner.

KKR hat sich vorgenommen, mit WMF ins Ausland zu expandieren. Es gehe darum, das "erhebliche Potenzial des Unternehmens zur weiteren Marktdurchdringung und internationalen Expansion (zu) realisieren", hieß es in der Mitteilung. "Dies gilt insbesondere für Asien und den US-amerikanischen Markt."

KKR bietet 47 Euro je Stammaktie - das ist fast ein Viertel mehr als der Schlusskurs vom Donnerstag. Damit hofft KKR auch den zweiten WMF-Großaktionär zu locken: Der österreichische Unternehmer Andreas Weißenbacher, Chef des Wasseraufbereitungsspezialisten BWT, hält weitere 37 Prozent der Stammaktien. Er hatte erklärt, seine Anteile nicht verkaufen zu wollen. Seine Haltung hatte den Prozess erschwert, seit Capvis WMF im Frühjahr zum Verkauf gestellt hatte. Auch ein zweiter Börsengang war erwogen worden. Für die Schweizer ist der Ausstieg lukrativ: Der Mittelstandsinvestor hatte 2006 nur 92 Mio. Euro für seinen Anteil bezahlt.

Für die WMF-Vorzugsaktien, die größtenteils im Streubesitz sind, will KKR nicht mehr ausgeben als unbedingt nötig. Das Offert werde wie vorgeschrieben beim gewichteten Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate liegen, mindestens aber bei 31,70 Euro. Das wäre etwas weniger als der Schlusskurs vom Donnerstag.

WMF-Chef Thorsten Klapproth hatte den sich anbahnenden Verkauf als "normalen Vorgang (...) und keine Überraschung" bezeichnet und angekündigt, den Prozess kooperativ zu begleiten. WMF hat erfolgreiche Jahre hinter sich, auch dank des Einstiegs in das Geschäft mit Kaffeemaschinen für Hotels und Gastronomie. Der Umsatz des Unternehmens mit 6000 Mitarbeitern kletterte 2011 um neun Prozent auf 980 Mio. Euro, in diesem Jahr soll die Milliardenschwelle überschritten werden.

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