Iberia geht auf Crashkurs

Iberia geht auf Crashkurs

Nach hohen Verlusten steht der spanischen Fluggesellschaft Iberia eine Radikalkur bevor.

Der Mutterkonzern International Airlines Group (IAG), zu dem auch British Airways (BA) gehört, kündigte am Freitag eine umfassende Restrukturierung mit Stellenabbau und Streckenstreichungen an. "Die Probleme von Iberia reichen tief und sind strukturell bedingt", sagte IAG-Chef Willie Walsh vor Journalisten. Er verwies zudem auf das trübe wirtschaftliche Umfeld, das den Umbau noch dringlicher mache. "Der Plan soll bis Ende September stehen und wird jeden Aspekt des Iberia-Geschäfts umfassen", betonte Walsh.

In einer acht Milliarden Dollar (6,48 Mrd. Euro) schweren Fusion war die spanische Airline vor zwei Jahren als Konsequenz aus der damaligen Branchenflaute mit BA unter ein gemeinsames Dach geschlüpft. Derzeit kämpft Iberia nicht nur gegen eine erneute weltweite Konjunkturabschwächung, sondern auch gegen die Rezession im schuldengeplagten Heimatland. Das Ergebnis ist ein Konzern mit zwei völlig unterschiedlichen Töchtern.

"Das ist die Geschichte von den beiden Fluglinien und den beiden Städten", sagte Analyst Stephen Furlong vom Handelshaus Davy. "BA und London geht es gut, und Iberia und Madrid haben zu kämpfen." Während BA im ersten Halbjahr einen geringen Gewinn erzielte, häufte Iberia einen operativen Verlust von 263 Millionen Euro an. Dadurch wurde auch die Gruppe mit 253 Mio. Euro tief in die roten Zahlen gezogen, nachdem sie vor Jahresfrist noch einen Gewinn von 88 Millionen geschrieben hatte.

Dabei fehlt es nicht an Nachfrage: So legte der Umsatz fast zehn Prozent auf 8,53 Mrd. Euro zu. Doch es gibt ein Ausgabenproblem: Iberia müsse hohe Arbeitskosten schultern, erläuterte Furlong. "Die spanischen Flughafengebühren sind gestiegen, und sie tut sich schwer im Wettbewerb mit den Billigfliegern." Aber auch für Günstiganbieter wie Ryanair und EasyJet sind die fetten Jahre vorbei.

Und IAG-Rivalen wie die AUA-Mutter Lufthansa und Air France-KLM drehen längst kräftig an der Sparschraube. Die Restrukturierung von Iberia wird teuer für den Mtterkonzern. IAG rechnet daher nicht mehr damit, in diesem Jahr die Gewinnschwelle zu erreichen, sondern mit einem geringen operativen Minus. Dazu tragen allerdings auch kurzfristige Belastungen durch die Übernahme der früheren Lufthansa-Tochter BMI bei.

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