Die Rettung der Eurozone führt nun nur noch über die EZB

Die Rettung der Eurozone führt nun nur noch über die EZB

Nach den jüngsten Äußerungen von Mario Draghi, dem Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), scheint es, als werde die EZB schon in dem kommenden Tagen ihr Wertpapierkauf-Programm wieder aufleben lassen.

Das geht aus einer Kundennotiz der US-Bank JPMoragn hervor. Grund hierfür sei wohl das Bestreben der EZB, die Renditen nach unten zu bringen und damit einigen Staaten die Finanzierung zu erleichtern. Der Markteingriff dürfte ähnlichen Aktionen aus der Vergangenheit ähneln, hieß es weiter. Mit einer “großen Bazooka” sei aber nicht zu rechnen.

Die EZB ist laut Draghi bereit dazu, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um das Überleben der Gemeinschaftswährung zu sichern. “Die EZB ist bereit, innerhalb ihres Mandats alles zu unternehmen, um den Euro zu erhalten”, sagte Draghi bei einer Rede in London. “Und glauben Sie mir: es wird ausreichen.”

“Die Krise ist beispiellos, daher müssen die Reaktionen beispiellos sein”, sagt Arif Husain, Direktor Festverzinsliche bei AllianceBernstein Ltd. in London. “Alle Maßnahmen, die die EZB ergreifen kann, würden sich als vorübergehend erweisen. Das Problem liegt darin, dass alles, was derzeit passiert, nicht überzeugend ist, und die Märkte hassen Unsicherheit.”

Die EZB muss bei einem möglichen Aufkauf von Staatsanleihen nur etwa 50 Mrd. Euro einsetzen, um die Renditen von Spanien und Italien nach unten zu drücken. Das geht aus einer Analyse von Royal Bank of Scotland hervor. Normalerweise seien bei einem Eingriff etwa 100 Mrd. Euro notwendig. Da jedoch in den spanischen und italienischen Anleihenmärkten derzeit nur wenig Liquidität stecke, könne dieses Mal schon die Hälfte dieser Summe ausreichen. Dies sei aber nur eine vorrübergehende Lösung.

Spanien-Bonds müssen sinken

Die Renditen spanischer Anleihen müssten jedoch um mindestens 400 Basispunkte sinken, damit das Land zahlungsfähig bleibt. Diese Einschätzung vertritt Bill Gross, er managt den weltweit größten Bond-Fonds bei Pacific Investment Management Co. (Pimco). Am Donnerstag ist die Rendite zahnjähriger spanischer Bonds deutlich unter sieben Prozent gesunken. „Wie dem auch sei“, schrieb Gross auf seiner Twitter-Seite. “Sie brauchen 400 Basispunkte oder mehr, um auf lange Sicht solvent zu bleiben.”

Pessimismus herrscht auch bei Nomura: Eine Stabilisierung aus eigener Kraft ist für Italien und auch für Spanien „inzwischen keine Option mehr“. Das bekräftigen die Strategen Jacques Cailloux und Lefteris Farmakis von. Vor diesem Hintergrund erwarten sie, dass die beiden Länder „binnen Wochen“ externe Hilfe beantragen werden. Derzeit sei es am wahrscheinlichsten, dass zunächst Kreditlinien eingeräumt werden. Möglich sei aber auch, dass Staatsanleihen am Sekundär- Markt aufgekauft werden. Die Strategen glauben nicht, dass der Euro-Rettungsschirm ESM in seiner jetzigen Form die Peripherie der Eurozone stabilisieren kann. Die Analysten rechnen damit, dass die Spannung am Markt „signifikant eskalieren“ wird - und zwar nachdem bekannt wird, wie die Entscheidungsträger der Eurozone auf die Probleme in Spanien und Italien reagieren wollen.

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