Das ist der beste Rüstungskonzern der Welt

Das ist der beste Rüstungskonzern der Welt

Der norwegische Technologie- und Rüstungskonzern Kongsberg Gruppen, dessen Wurzeln ins 17. Jahrhundert reichen, erweist sich für Investoren fast fünf Jahrhunderte später als attraktivster Aktienwert aus der Gruppe der Lieferanten für die US-Rüstungsindustrie.

Kongsberg mit Sitz in der südnorwegischen Stadt gleichen Namens übertraf in den vergangenen fünf Jahren 68 andere Lieferanten amerikanischer Bundesbehörden, die mindestens 3,5 Prozent ihres Umsatzes mit der US-Regierung erwirtschaften, darunter die amerikanischen Industriekonzerne Boeing und Raytheon, wie das BLOOMBERG RISKLESS RETURN RANKING zeigt. Die Norweger hatten den höchsten Ertrag bei niedrigster Volatilität unter 40 Lieferanten in dieser Gruppe.

Kongsberg profitierte von Investitionen der Osloer Regierung, die mit 50 Prozent den größten Anteil am Unternehmen hält. Weitere 8,64 Prozent hält der staatliche norwegische Pensionsfonds, zeigen Bloomberg-Daten weiter. Die breite Produktpalette, die unter anderem auch Lösungen in den Sparten Öl und Gas umfasst, war von Vorteil, während sich viele andere Lieferanten gezwungen sahen, vor dem Hintergrund der Budgetkürzungen des US-Militärs Stellen abzubauen. Das norwegische Unternehmen entwickelt und fertigt Spezialprodukte, beispielsweise Fernsteuerungssysteme für Waffensysteme. Die Hälfte des Umsatzes erzielen die Norweger mit Kunden aus der Privatwirtschaft, die nicht dem Rüstungssektor zuzurechnen sind.

“Kongsberg Gruppen ist im Vergleich zu anderen Unternehmen viel stärker nischenorientiert”, sagt Eirik Ronold Mathisen, Analyst bei der DNB Bank in Oslo, einer der 12 von 14 von Bloomberg befragten Analysten, die Investoren empfehlen, die Kongsberg Aktie zu kaufen. “Das Unternehmen steht viel weniger unter dem Einfluss der allgemeinen Gesamtausgaben für militärische Ausrüstung.” Der 50 Prozent-Anteil der norwegischen Regierung stabilisiere den Aktienkurs, sagt Mathisen in einem Telefoninterview.

Rendite-Kaiser

Die Aktien von Kongsberg erwirtschafteten eine Gesamtrendite von 105 Prozent in den vergangenen fünf Jahren. Der Standard & Poor’s 500 Aerospace & Defense Index kam auf 7,1 Prozent.

Norwegen, Gründungsmitglied der Nato, hat Möglichkeiten für Kongsberg im Lockhead Martin F-35 Jet, dem größten Rüstungsprogramm des Pentagons, aufgetan. Das Land hat 700 Mio. Dollar (559 Mio. Euro) in die Entwicklung einer Rakete investiert, die im Jet zum Einsatz kommen könnte. Zudem gibt es Pläne für weitere Investitionen über 300 Mio. Dollar, so Björn Bjune, Vizepräsident für die Geschäftsentwicklung der Kongsberg- Rüstungssysteme, im vergangenen Jahr.

Das Pentagon hat vor, das ursprüngliche Budget für die kommenden zehn Jahre um 487 Mio. Dollar zu kürzen. Zusätzliche Einschnitte über 500 Mio. Dollar könnten bereits im Januar zum Tragen kommen, wenn keine Einigung zum Haushaltsdefizit erzielt wird.

Die Kürzung der US-Militärausgaben hat Kongsberg-Investoren im vergangenen Jahr geschadet. Die Aktie verlor in den zwölf Monaten bis Ende vergangener Woche 23 Prozent einschließlich der Dividende, verglichen mit einem Verlust von 0,9 Prozent im Standard & Poor’s 500 Aerospace & Defense Index.

Im Kursverfall spiegelt sich die Sorge wider, dass die niedrigeren US-Militärausgaben dem Umsatz schaden, meint Kenneth Sivertsen, Analyst bei Arctic Securities ASA in Oslo. Die Unterbewertung des Unternehmens sei möglicherweise nicht gerechtfertigt, da Kongsberg weniger von Rüstungsausgaben abhängt als die meisten Konkurrenzunternehmen. “Kongsberg hat noch ein maritimes Geschäft, das beinahe die Hälfte des Gewinnes einbringt, und das ist der bedeutendste Wachstumsbereich”, so Sivertsen weiter.

Die Lieferanten mit den schlechtesten risikobereinigten Renditen im BGOV Top 70 Contractors Index hängen sehr viel stärker von der US-Regierung ab. Alliant Techsystems etwa, der größte Munitionslieferant des Pentagons, generiert 65 Prozent seines Umsatzes durch die US-Regierung. Das Unternehmen hat in den vergangenen fünf Jahren die zweitschlechteste risikobereinigte Rendite generiert. Schlusslicht in dieser Auswertung bildete der italienische Rüstungskonzern Finmeccanica.

Sivertsen empfiehlt den Kauf von Kongsberg-Aktien mit einem Kursziel von 140 Norwegischen Kronen, 22 Prozent höher als der Schlusskurs bei 115 Kronen am Mittwoch an der Osloer Börse. Die niedrigere US-Nachfrage könnte durch andere Länder ausgeglichen werden, sagt Aleksander Nilsen, Analyst bei ABG Sundal Collier Holding ASA in Oslo. “Ich sehe immer noch Wachstum, aber ich denke, dass die Vereinigten Staaten einen kleineren Anteil am Gesamtumsatz in diesem Bereich haben werden”, so Nilsen weiter.

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