Commerzbank spielt Mini-Kapitalerhöhung durch

Commerzbank spielt Mini-Kapitalerhöhung durch

Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus habe dazu unlängst bei mehreren Banken vorgefühlt, sagte eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Es gehe um ein Volumen von bis zu einer Milliarde Euro, sagte ein weiterer Insider.

Das "manager magazin" berichtete, für die Kapitalmaßnahme seien Deutsche Bank und UBS mandatiert worden. Als wahrscheinlich gelte eine Kapitalerhöhung von maximal zehn Prozent, was beim aktuellen Börsenwert quasi über Nacht 700 bis 800 Millionen Euro einbringen könnte. Die Commerzbank lehnte eine Stellungnahme ab. Auch von anderen Instituten gab es keinen Kommentar.

An der Börse führten die Nachrichten zu einem Ausverkauf der Commerzbank-Aktie: Nach anfänglichen Kursgewinnen von bis zu 3,7 Prozent rutschte der Titel ins Minus und schloss letztlich 3,1 Prozent im Minus bei 1,40 Euro. Gleich mehrfach hatte die in der Finanzkrise teilverstaatlichte Bank ihre Aktionäre in den vergangenen Jahre über Kapitalmaßnahmen zur Kasse gebeten. Wann die Anleger mit ihrem Investment jemals wieder Geld verdienen, ist offen. Der Umbau der Commerzbank werde noch lange dauern, räumte Vorstandschef Martin Blessing kürzlich ein.

Die Commerzbank ächzt vor allem unter den Lasten der Immobilien- und Staatsfinanzierung, die jetzt komplett abgewickelt wird. Im Privatkundengeschäft verdient sie kaum Geld. Oberstes Ziel bleibt eine dickere Kapitaldecke, um die immer strengeren Anforderungen der Aufseher zu erfüllen. "Die Commerzbank braucht Geld, um ihre Kernkapitalquote zu stärken", sagte ein Händler. Daher würde eine weitere Kapitalerhöhung durchaus Sinn ergeben.

Blessing hatte auf der Bilanzpressekonferenz Mitte Februar gesagt, die Bank werde noch zwei bis drei Jahre brauchen, um nach dem strengen Basel-III-Standard auf eine Kernkapitalquote von neun Prozent zu kommen. Ende 2012 waren es erst 7,6 Prozent. Die Mindest-Kapitalausstattung liegt künftig bei sieben Prozent der Bilanzrisiken, wobei Stille Einlagen - wie sie die Commerzbank vom Bund hat - auf lange Sicht nicht mehr als Eigenkapital anerkannt werden. Und von national oder weltweit systemrelevanten Banken verlangen die Aufseher ohnehin eine höhere Quote.

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