Bank-Aktien: 15 verlorene Jahre, 820 verbrannte Milliarden

Bank-Aktien: 15 verlorene Jahre, 820 verbrannte Milliarden

Banco Popular Espanol: plus 8 %, Bankia: plus 7 %, Banco de Sabadell: + 7 % - Spaniens Banken machen heute von sich reden. An der Börse wie in der großen Politik. Das ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn Bank-Aktien blicken auf 15 verlorene Jahre zurück.

Anleger von spanischen Banken dürfen vorerst durchatmen: Während der Ecofin-Rat in Luxemburg über die Hilfe für die spanischen Banken berät, hat die EZB ihre Anforderungen an Wertpapiere, die Banken bei den Refinanzierungsgeschäften mit der Zentralbank als Sicherheiten hinterlegen dürfen, weiter gelockert. Wie die Notenbak mitteilte werden die Anforderungen an Verbriefungen von Hypothekenkrediten, sowie Auto-, Leasing- und Konsumentenkrediten gesenkt.

Entsprechend die Reaktion der Bank-Aktien aus Spanien, die deutlich zulegen konnten. Das zog auch den BE-Banks-Index, der die Aktien der 43 wichtigsten Banken Europas umfasst, in die Höhe. Selbst ein, in der Nacht zuvor von Moody's bekanntgegebene Herabstufung des Ratings für 15 global agierende Banken änderte daran nichts.

Trotzdem zum Jubeln - besteht kein Grund. Denn gegenüber dem Jahresanfang treten Europas Banken auf der Stelle. Seit dem Zwischenhoch im März des Jahres haben die 43 im Index vertretenen Titel in Summe gar wieder 140 Milliarden € an Marktwert eingebüsst.

Seit Lehman-Pleite 820 Milliarden € "versemmelt"

Noch drastischer fällt die Bilanz aus, wenn man den Marktwert der Banken mit jenem, am Tag vor der Pleite der US-Investmentbank Lehman, vergleicht. Damals brachten es Europas Spitzeninstitute auf einen Wert von 1,465 Billionen € - am heutigen Freitag sind es gerade einmal 645 Milliarden €. Salopp ausgedrückt haben Europas Banken seit dem 12.09.2008 820 Milliarden € an Marktwert "versemmelt". Der aktuelle Marktwert der 44 Spitzen-Banken liegt nur um 180 Milliarden über jenem von Apple, derzeit mit einem Wert von 460 Milliarden €, das teuerste Unternehmen der Welt ist.

15 verlorene Jahre

Zwar gelten Aktien auf lange Sicht prinzipiell als renditestärkste Anlageform, allein auf Europas Banken trifft das in der aktuellen Situation nicht zu. Zumindest wenn man den BE-Banks Index als Messlatte heranzieht. Der Index, der auf allen Unternehmen der Bank-und Finanzindustrie die im Bloomberg 500 Index vertreten sind, basiert, wurde mit einem Basiswert von 100 am 31.12.1996 aus der Taufe gehoben. Aktuell notiert der Index bei 73,46. Das entspricht einem Minus von fast 27 % gegenüber dem Ausgangswert. Sicher, zwischendurch konnte man mit Bankentiteln kräftig verdienen - bis zum Allzeithoch im Mai 2007 hat sich der Index mehr als verdreifacht - aber wer der Strategie "Buy" and "Hold" folgte hat heute - außer den zwischenzeitig bezahlten Dividenden - deutlich weniger in der Hand.

Die größten Verluste seit dem letzten Handelstag vor der Lehman-Pleite (12.09.2008) verzeichnete übrigens die Bank of Ireland mit einem Minus von 97,03 %. Im folgenden eine Liste mit den größten Verlierern seit Lehman:

Performance europäischer Banken seit der Lehman-Pleite: Die Top 10-Verlierer

Bank of Ireland: -97,03 %
National Bank of Greece: -93,91 %
Commerzbank: -89,83 %
Royal Bank of Scotland: - 89,61 %
Banco Popolare S.: -88,82 %
Unicredit: - 85,98 %
Banca Monte dei Paschi di Siena: -85,91 %
Banco Espirito Santo: -84,05 %
UBI Banca: -80,63 %
Lloyds Banking: -78,16 %

Lediglich zwei europäische Finanztitel liegen aktuell gegenüber dem Tag vor Lehman im Plus: Die norwegische DNB ASA mit plus 3,01 % und die britische Standard Chartered mit einem Plus von 15,25 %.

Europas Riesen, wie die Deutsche Bank (-45,71 %) oder UBS (-51,36 %) mussten ebenfalls deutlich Haare lassen. Die Performance der beiden Österreicher seit damals ist ebenfalls wenig berauschend. Wobei die Erste Bank mit einem Verlust von 63,34 % noch leicht besser ausfällt als jene der Raiffeisen, die seit damals 64,09 % an Wert verloren hat.

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