Trendwende: Deutschland muss mehr für Schuldenaufnahme zahlen

Trendwende: Deutschland muss mehr für Schuldenaufnahme zahlen

Deutschlands Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble muss höhere Zinsen für frisches Geld bezahlen.

Der Bund nahm bei der Versteigerung einer neuen zehnjährigen Anleihe gut vier Milliarden Euro ein, wie die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur am Mittwoch mitteilte. Die Durchschnittsrendite stieg auf 1,56 Prozent. Sie lag damit über dem Niveau der vorangegangenen Auktion im November von 1,4 Prozent.

"Die Durchschnittsrendite zeigt eine leicht gestiegene Renditeerwartung der Investoren, allerdings auf einem nach wie vor sehr geringem Niveau", sagte ein Sprecher der Finanzagentur. Die Nachfrage der Investoren zog wegen der höheren Zinsen an: Die Versteigerung war 1,7-fach überzeichnet, im November dagegen nur 1,5-fach. "Viele Investoren wollen einen großen Anteil an sicheren Anlagen haben", sagte Analyst Marius Daheim von der Bayerischen Landesbank.

250 Milliarden kommen noch

Das deutsche Bundesfinanzministerium will sich in diesem Jahr 250 Milliarden Euro am Kapitalmarkt leihen - fünf Milliarden Euro weniger als 2012. Mehr als ein Fünftel davon - insgesamt 54 Milliarden Euro - sollen mit zehnjährigen Bundesanleihen erlöst werden. Mit dem Geld müssen alte Schulden zurückgezahlt und das Defizit im neuen Haushalt geschlossen werden. Der Bund profitiert in der Schuldenkrise von der Flucht der Investoren in sichere Anlagen. Bei 21 der insgesamt 70 Auktionen im vergangenen Jahr musste er keine Zinsen an seine Gläubiger zahlen, sondern kassierte eine Prämie.

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