Bis Jahresende muss Spanien unter den Rettungsschirm

Bis Jahresende muss Spanien unter den Rettungsschirm

Vor diesem Hintergrund erwartet die Unicredit, dass der positive Trend bei spanischen und italienischen Anleihen über diese Woche oder sogar noch die nächste anhalten wird.

Allerdings gebe es danach erhebliche Gefahren für den positiven Trend, etwa die Gerichtsentscheidung in Deutschland zum Euro-Rettungsschirm oder eine mögliche Beantragung von umfangreicher Hilfe durch Spanien Mitte September.

Die EZB wird nach den Worten ihres Präsidenten Mario Draghi von Anfang August möglicherweise zusammen mit den Regierungen Staatsanleihen in ausreichendem Umfang aufkaufen, um die Schuldenkrise in der Eurozone zu dämpfen. Die EZB-Bondkäufe würden sich wahrscheinlich auf kürzere Laufzeiten konzentrieren und so durchgeführt werden, dass die Besorgnis der Investoren über die Vorrangigkeit zerstreut werde, sagte Draghi damals.

Spanien wird Hilfspaket beantragen

Für Peter Schaffrik, den Chef für Zinsstrategie bei der kanadischen RBC Capital Markets, gibt es inzwischen allerdings keinen Zweifel mehr: Die spanische Regierung muss ein Hilfspaket beantragen. “Wir erwarten, dass dies noch vor Ende des Jahres passieren wird”.

Er erwartet aber auch, dass weitere positive Nachrichten zu einem möglichen Bonds-Aufkauf durch die EZB bevorstehen. Daher könne es sich lohnen, spanische Bonds mit kurzer Laufzeit von beispielsweise zwei Jahren zu kaufen - nicht zuletzt, weil sie so günstig zu haben seien.

Gleichzeitig hält er die Wahrscheinlichkeit für extreme Risiken wie etwa einen Zusammenbruch der Eurozone für inzwischen doch “signifikant reduziert”. Das hänge mit einem potenziellen Eingriff der Euro-Rettungsschirme EFSF und ESM am Primärmarkt zusammen, wie er schreibt.

Das wird teuer

Dennoch könnten die Interventionen der EZB am Anleihenmarkt ein teures Unterfangen werden. Denn Spanien dürfte bis Jahresende das durchschnittliche Anleihe-Auktions-Volumen auf rund 4 Mrd. Euro nach oben schrauben, um den überarbeiteten Finanzbedarf zu decken - während das Land gleichzeitig “sehr anfällig” dafür bleibt, den Zugang zu den Finanzmärkten ganz zu verlieren. Das erklärt der Zinsstratege Gianluca Ziglio von der UBS. Und, er hält den Finanzbedarf des Landes im kommenden Jahr sogar für “noch beunruhigender”.

Das Brutto-Volumen der Anleihe-Emissionen muss seinen Berechnungen zufolge 2013 womöglich auf etwa 120 Mrd. Euro steigen. Das entspricht einem Anstieg um 40 Prozent im Vergleich zu 2012.

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