Lytro - Eine Kamera revolutioniert die Fotografie

Lytro - Eine Kamera revolutioniert die Fotografie

Das Interesse ist riesig - das Potenzial der neuen Technik sogar noch größer.

Seit der französische Erfinder Nicéphore Niépce im Jahr 1826 das erste Foto der Geschichte anfertigte, hat sich die Funktionsweise von Kameras kaum geändert. Fotoapparate wurden komplexer, leistungsfähiger und schlussendlich auch digital - das technische Prinzip der Fotografie ist dennoch gleich geblieben.

Ein Start-up in Silicon Valley hat das nun geändert: Eine handliche Kamera mit ungewöhnlichem Formfaktor und Lifestyle-Design ist schon jetzt die größte Revolution in der 186-jährigen Geschichte der Fotografie.

Die Technologie hinter der jungen Firma Lytro nennt sich Light Field Photography: Die Kamera nimmt keine Bildpunkte oder Pixel auf, sondern Lichtstrahlen - sie speichert Richtung, Intensität und Farbe jedes "Rays“, der auf die Kamera trifft. Die Auflösung der Lytro-Cam wird daher auch nicht in Megapixel, sondern in Megarays angegeben.

Auf Blende, Fokus und komplexe Linsensysteme kann verzichtet werden - Objektive für Light-Field-Kameras sind deutlich simpler gestrickt als für herkömmliche Fotoapparate. Das macht sie ausgesprochen lichtstark: Das 8fach-Zoom-Objektiv der Lytro-Kamera schafft über alle Zoomstufen die Lichtstärke f/2. Selbst Profi-Equipment zu Kleinwagenpreisen kann da nicht mithalten.

Ungewöhnlich ist nicht nur die Technik, sondern auch das Design: Eine große Linse vorne, ein Touch-Display hinten und drei Knöpfe für Auslöser und Zoom geben die Lytro erst auf den zweiten Blick als Kamera zu erkennen.

Lebende Bilder

Die Lytro-Kamera revolutioniert nicht nur die Art und Weise, wie wir Fotos machen, sondern auch, wie wir sie betrachten. Diese sogenannten "Living Pictures“ machen Fotografien interaktiv erlebbar: Auf dem Computer lassen sich die Fotos nachträglich auf unterschiedliche Bildbereiche scharf stellen, und auf Knopfdruck erscheint das Foto sogar in 3D.

So viel Innovation ist nicht billig: 399 Dollar für das Modell mit 8 Gigabyte, 499 Dollar für die 16-GB-Variante. Der Ansturm an Bestellungen ist dennoch gewaltig - wer jetzt ordert, muss sich bis zur Lieferung leider noch Monate gedulden.

Noch hat die Lichtstrahl-Kamera nicht alle Kinderkrankheiten überwunden: Die Auflösung der Fotos ist mit einem Megapixel recht bescheiden, für das Internet aber mehr als ausreichend. Der Touchscreen auf der Rückseite ist recht klein, was die Bedienung nicht gerade vereinfacht. Und: Noch fehlt eine Bildbearbeitungssoftware für Windows (derzeit nur Mac).

Mit der nächsten Produktgeneration, die dann auch Videos (auch in 3D) erstellen können soll, will man diese Unzulänglichkeiten beseitigt haben.

Nicht nur Fotografen interessieren sich für die Light-Field-Technik, auch Hollywood hat bereits bei Lytro angeklopft. Mit diesen Kameras ließen sich 3D-Movies nicht nur günstiger produzieren - der fertige Film könnte dem Zuseher auch mehr Interaktion erlauben. Die nächste Revolution der Revolution ist damit vorprogrammiert.

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