Internationale Wirtschaftsnachrichten

Bloomberg / Robert Prazak
03.01.201311:54 Uhr
Den Reichen reicht's noch lange nicht

Den Reichen reicht's noch lange nicht

  • Ganz oben wird die Luft keineswegs dünner: Die hundert Reichsten konnten im Vorjahr ihr Vermögen weiter vergrößern – um Summen, die der Wirtschaftskraft ganzer Staaten entsprechen. Plus Infografik: Die 40 Reichsten und ihr derzeitiges Vermögen.

Textil-Milliardär Amancio Ortega hat dank Zara & Co. mehr als 22 Milliarden Dollar zugelegt, Carlos Slim bleibt aber der reichste Mann der Welt.

241 Milliarden Dollar sind schon ein schönes Stück Geld. Zum Vergleich: Das nominelle BIP Österreichs betrug 2011 rund 419 Milliarden Dollar. Der Gegenwert der erwähnten 241 Milliarden Dollar entspricht ungefähr der Wirtschaftskraft der Philippinen.

Um genau diesen Betrag sind die reichsten Menschen dieser Welt im soeben abgelaufenen Jahr 2012 reicher geworden. Laut Bloomberg Milliardärs-Index, einem Ranking der hundert reichsten Einzelpersonen, betrug das Nettovermögen dieser Reichen per Kassaschluss am 31. Dezember 2012 zusammen 1,9 Billionen Dollar – ein Plus von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresabschluss. Von den 100 Mega-Reichen mussten sich zu Silvester nur 16 über ein Minus in ihrem Vermögen ärgern, alle anderen haben im Vorjahr trotz Krise kräftig zugelegt.

Größter Gewinner war im Vorjahr der Spanier Amancio Ortega, der nun drittreichster Mensch der Welt ist. Der Gründer des Textilkonzerns Inditex hat sein Vermögen um mehr als 22 Milliarden Dollar auf knapp 58 Milliarden gesteigert. Der Hauptgrund dafür war der Aktienkurs von Inditex, der unter anderem wegen der Modekette Zara in 2012 um mehr als 66 Prozent gestiegen ist. Analysten zufolge sollte damit aber auch schon die Spitze erreicht sein – Herrn Ortega wird es egal sein, denn ein paar Milliarden rauf oder runter wird er leicht verkraften können.

Kohle mit Aktien

Nicht nur die ganz, ganz Reichen haben sich im Vorjahr an steigenden Kursen erfreut, auch kleinere und kleinste Anleger konnten spätestens ab dem Sommer kräftige Zuwächse erleben – sogar im krisengebeutelten Europa: Der Euro-Stoxx ist seit Juni um mehr als 19 Prozent gestiegen. Dazu ein kleines Gedankenspiel: Ein Plus von 19 Prozent macht bei einem Vermögen von 75 Milliarden Dollar einen Zuwachs von mehr als 14 Milliarden aus. Um den Betrag könnte man sich beispielsweise einen Gutteil der Wiener Innenstadt (und dazu eventuell noch das Riesenrad samt tollem Vorplatz) kaufen.

Carlos Slim hat ungefähr diesen Vermögenszuwachs im Vorjahr tatsächlich erlebt: Der 72jährige mexikanische Magnat hat 2012 rund 13 Milliarden Dollar zugelegt und bleibt damit unangefochten die Nummer eins im Milliardärs-Ranking, noch vor Microsoft-Gründer Bill Gates. Dabei hat seine America Movil-Holding im Vorjahr einige Federn lassen müssen, doch seine anderen Investments haben die darbenden Telekom-Aktienkurse mehr als wettgemacht.

Gates hat zugelegt

Auch die Nummer zwei hat recht gut verdient: Ein Plus von sieben Milliarden Dollar durfte Bill Gates dank der starken Entwicklung der Microsoft-Aktie zu Silvester feiern. Dabei machen Anteile an dem von ihm gegründeten Konzern nur 20 Prozent seines Gesamtvermögens aus.

Nummer fünf im Billionärs-Ranking von Bloomberg ist Warren Buffett – er ist immerhin noch um fünf Milliarden schwerer geworden. Nummer sechs ist Ikea-Gründer Ingvar Kamprad. Weitere bekannte Namen im Milliardärs-Index sind etwa Oracle-Gründer Larry Ellison (plus 6,4 Milliarden Dollar) und Bernard Arnault: Frankreichs reichster Mann hat zuletzt mit Auswanderungsplänen von sich reden gemacht, denn die angedrohte Reichensteuer würde ihn mit Sicherheit treffen. Das könnte Arnault diesmal sogar das Glas Champagner zu Silvester verlitten haben, obwohl er im Vorjahr immerhin noch mehr als acht Milliarden Dollar zu seinem Vermögen gewonnen hat. Der Grund dafür war die positive Entwicklung seiner Holding LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton SA und der börsenotierten Christian Dior SA.

Facebook-Gründer hat verloren

Zu den wenigen „Verlierern“ zählte im Vorjahr Mark Zuckerberg: Der Facebook-Gründer hat 5,2 Milliarden wegen der miserablen Börseentwicklung seines Konzerns eingebüßt.

Infografik: Die 40 Reichsten und ihr derzeitiges Vermögen

 
Dobratsch, 03. 01. '13 12:15
Es lebe der Raubtierkapitalismus!
Wie lange lassen sich das die Menschen noch bieten?
Österreich hat dzt. die größte Arbeitslosenzahl seit 1945!
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