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Reuters / rp
03.01.201318:11 Uhr

Schweizer Börse in Jubelstimmung

Die Schweizer Börse ist mit kräftigen Gewinnen ins neue Jahr gestartet. Wie zuvor bereits an anderen Aktienmärkten löste die Einigung im US-Haushaltsstreit eine Erleichterungsrally aus und trieb den Leitindex SMI am Donnerstag auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren.

Die Gefahr einer Rezession in den USA scheine vorerst abgewendet, sagten Händler. Wäre es nicht zu einem Kompromiss gekommen, hätten automatische Steuererhöhung und Ausgabenkürzungen die Konjunktur in der weltgrössten Volkswirtschaft abwürgen können.

Der SMI stieg um 2,9 Prozent auf 7020 Punkte - so hoch wie seit September 2008 nicht mehr. Der breite SPI rückte ebenfalls 2,9 Prozent auf 6470 Zähler vor. Die Schweizer Börse, die am Mittwoch feiertagsbedingt geschlossen war, holte die Aufwärtsbewegung der anderen Märkte vom Vortag nach, sagten Händler. Wall Street und Dax, die am Mittwoch kräftig gestiegen waren, gaben am Donnerstag leicht nach.

Händler waren allerdings skeptisch, dass sich der SMI über 7000 Punkten etablieren kann. Bereits im Dezember war der Bluechip-Index an dieser eher psychologisch als charttechnisch wichtigen Schwelle gescheitert. "Der Anlagebedarf ist weiterhin hoch und Liquidität wäre ebenfalls genug vorhanden", sagte ein Händler. Doch mit einem anhaltenden Aufwärtstrend sei wohl nicht zu rechnen. Die sich abzeichnende Diskussion um die Erhöhung der Schuldenobergrenze in den USA dürfte die Märkte schon bald wieder prägen. "Dann droht wieder eine ähnlich lähmende Phase, wie wir sie auf dem Weg zum Haushaltskompromiss erlebt haben", sagte ein Börsianer.

An die Spitze der Standardwerte setzten sich die Aktien von Transocean mit einem Kurssprung von fast elf Prozent. Die Titel der Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont schossen 6,4 und 5,7 Prozent hoch.

Gesucht waren auch die Anteile der Grossbanken, die im Zuge der Schuldenprobleme beidseits des Atlantiks stark gelitten hatten. Die Aktien der Credit Suisse legten 5,4 Prozent zu und die der UBS kletterten um 4,1 Prozent. Deutlich höher gehandelt wurden auch Versicherungswert, sie hinkten den Banken aber meist hinterher.

Die Titel der schwer gewichteten Pharmakonzerne Novartis und Roche wurden um 2,2 beziehungsweise drei Prozent fester gehandelt. Der Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestle gewannen 1,8 Prozent.

Die Anteile zyklischer Firmen wie ABB, Adecco, Clariant, Holcim und Sulzer gewannen zum Teil kräftig. Der Industriekonzern Sulzer übernimmt die US-Firma Thermoset mit einem Jahresumsatz von 18 Millionen Dollar.

Bei den Nebenwerten rückten die Aktien von Huber+Suhner 8,1 Prozent vor. Der Kabelhersteller kauft die im Bereich Hochfrequenz tätige US-Firma Astrolab und stösst damit laut Analysten in eine margenstarke Nische vor.

Übernahmespekulationen trieben die Aktien des Stahlproduzenten Schmolz+Bickenbach 8,4 Prozent hoch.

Meyer Burger legten 9,9 Prozent zu. Der Vorstoss des Investors Warren Buffett in den Solarbereich lockte Anleger in den krisengeschüttelten Sektor. Der Sektorindex gewann vier Prozent. Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway steckt bis zu 2,5 Milliarden Dollar in das Antelope-Valley-Projekt des US-Unternehmens SunPower.

 
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