Recht & Gesetz

APA
21.09.201212:38 Uhr
Anwälte bereiten Firmen auf Ende des Euro vor

Anwälte bereiten Firmen auf Ende des Euro vor

  • Rechtshilfe für Euro-Aus.

Anwaltskanzleien beraten österreichische Unternehmen über Maßnahmen bei einem Stopp der Einheitswährung.

Die Wiener Niederlassung der internationalen Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer berät eine wachsende Zahl von Firmenkunden zunehmend über Vorkehrungen gegen ein mögliches Zerbrechen der europäischen Währungszone. Für die Klienten - oft Exporteure in südeuropäische Länder - gebe es eine Reihe oft relativ einfacher Vorgehensweisen, um das unmittelbare Risiko zu dämpfen, sagt Friedrich Jergitsch, Partner der Anwaltskanzlei - etwa Definitionen von Nachfolgewährungen, in denen bezahlt werden müsse, die Ermöglichung eines raschen Ausstiegs aus einem Vertrag oder eine vorausschauende Wahl der zugrundeliegenden Rechtsordnung oder des Gerichtsstands.

Der Schuldenschnitt für die privaten Gläubiger Griechenlands im März zeigte, "dass die Rechtswahl entscheidend sein kann", sagte Jergitsch am Freitag. Wie berichtet haben von den 206 Milliarden Euro griechischen Schuldpapieren die 177 Anleihe-Milliarden nach griechischem Recht einen Haarschnitt von mehr als 70 Prozent bekommen, während die Anleihen nach anderen Rechtsordnungen weitgehend unberührt blieben.

Die für Großkunden tätige Kanzlei Wolf Theiss bewertet das Thema Euroaustritt derzeit als "nicht so präsent". Der Wiener Partner Dieter Spranz sprach auf Anfrage der APA von Versuchen, sich nach einer intensiveren Berichterstattung "einen groben Überblick zu verschaffen (...) Fortgeschrittene Maßnahmen oder Projekte dazu habe ich nicht gesehen."

In der Wiener Wirtschaftskanzlei Dorda Brugger Jordis (DBJ) ist man mit dem Thema jedenfalls vertraut: Das Euro-Austrittsszenario schwinge unsichtbar bei den allgemeinen Vertragsgestaltung mit, sagte DBJ-Anwalt und M&A-Experte Michael Riegler im Gespräch mit der APA. Dies könne schon simple Dinge wie die Zahlungsbedingungen betreffen, also ob man etwa Vorauszahlungen bei bestimmten Transaktionen vereinbart, berichtete der Anwalt. Die Risiken des Euro-Exits eines Staates können zwar durch entsprechende vertragliche Vorsorge reduziert, aber nicht völlig ausgeschlossen werden, waren sich die Anwälte einig.

 
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