
Spanien fordert unbegrenztes Anleihen-Kaufprogramm der EZB
- Die EZB muss in der Schuldenkrise Spanien nach Worten von Wirtschaftsminister Luis de Guindos mit konsequenten Aufkäufen von Staatsanleihen zur Seite springen.
"Es darf keine Grenze gesetzt werden oder zumindest darf die EZB nicht sagen, wie viel sie einsetzen will oder für wie lange", wenn sie Bonds auf dem Sekundärmarkt aufkaufe, sagte Guindos der Nachrichtenagentur EFE.
Zugleich kündigte der Minister an, die Details des EZB-Anleihe-Programms, die wahrscheinlich noch vor dem Euro-Gruppen-Treffen Mitte September veröffentlicht werden, genau zu prüfen. Erst danach werde Spanien über einen Antrag auf weitere Finanzhilfen entscheiden.
Seit der Immobilienboom in Spanien vor vier Jahren jäh endete, steigt der Berg an faulen Darlehen stetig. Das Land befindet sich in einer Wirtschaftskrise und hat in Brüssel massive Finanzhilfen zur Stützung des heimischen Bankensektors beantragt. Dafür stehen bis zu 100 Milliarden Euro zur Verfügung. Es wird befürchtet, dass Spanien darüber hinaus weitere Gelder benötigt. Ministerpräsident Mariano Rajoy hat angekündigt, seine Regierung werde erst die Schritte der EZB sowie mögliche Bedingungen für EU-Hilfen prüfen, bevor eine Entscheidung getroffen werde.
Banken in der Bredouille
Notleidende Kredite haben im Juni 9,42 Prozent aller spanischen Bankaktiva ausgemacht, der höchste Wert seit dem Beginn der Datenreihe 1962. Im Mai war der Anteil Daten der spanischen Notenbank zufolge noch bei 8,96 Prozent. Die Einlagen von Haushalten und Unternehmen gingen hingegen um 6,59 Prozent zurück.
Zwei Monate, nachdem er das erste Rettungspaket der EU über 100 Mrd Euro für spanische Banken gesichert hatte, hat Ministerpräsident Mariano Rajoy nun verkündet, eine weitere Rettung in Erwägung zu ziehen, um die zunehmenden Finanzierungskosten eindämmen zu können.
Die steigende Bedrängnis der spanischen Banken könnte das Vertrauen in Staatsanleihen schwächen und die Möglichkeit der Banken, Bonds zu kaufen, schmälern, sagte Thomas Costerg, Ökonom bei Standard Chartered Bank in London. Das wird wahrscheinlich die Spekulation um ein Rettungspaket für den spanischen Staat noch antreiben, setzte er hinzu.
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