Internationale Wirtschaftsnachrichten

Reuters/hahn
17.08.201209:28 Uhr
"Entweder der Süden oder der Norden wird wegbrechen"

"Entweder der Süden oder der Norden wird wegbrechen"

  • Finnlands Außenminister Erkki Tuomioja hat die Länder Europas aufgefordert, sich auf ein Ende der Euro-Zone vorzubereiten.

In einem Interview mit der britischen Zeitung "Daily Telegraph" (Freitagausgabe) mahnte Tuomioja sich auf alle Eventualitäten einzustellen.

Finnische Regierungsvertreter hätten bereits Vorbereitungen für ein solches Szenario mit einem "Handlungsplan für jede Eventualität" getroffen, sagte Tuomioja der britischen Zeitung "Daily Telegraph". "Das ist nicht etwas, das jeder in Finnland befürwortet, geschweige denn die Regierung. Aber wir müssen vorbereitet sein", mahnte Tuomioja. Ein Auseinanderbrechen des Euro würde aber nicht das Ende der Europäischen Union bedeuten. Es könne der EU sogar helfen, besser zu funktionieren.

Der Chef der euroskeptischen Oppositionspartei Wahre Finnen, Timo Soini sagte, es gebe zwar keine Regeln dafür, wie ein Land den Euro verlassen könne, aber es sei nur eine Frage der Zeit. "Entweder der Süden oder der Norden wird wegbrechen." Die Gemeinschaftswährung sei wie eine Zwangsjacke, die Millionen Menschen in Not bringe und die Zukunft Europas zerstöre. "Aber niemand in Europa will der erste sein, der aus dem Euro aussteigt und die ganze Schuld auf sich ziehen", sagte der Chef der drittstärksten Kraft im Parlament von Helsinki.

Wiederholungstäter

Die Aussagen von Tuomioja und Soini sind nicht der erste "Euro-Ausritt" von Finnland. Bereits Anfang Juli sorgte die Finanzministerin mit klaren Ansagen für Aufsehen: "Finnland ist ein überzeugtes Mitglied der Eurozone und wir glauben daran, dass der Euro Finnland nutzt", sagte die finnische Finanzministerin Jutta Urpilainen in einem Interview mit dem Finanzblatt "Kauppalehti". "Dennoch wird Finnland nicht um jeden Preis am Euro festhalten. Wir sind auf alle Szenarien vorbereitet, auch auf einen Ausstieg aus dem Euro."

Klarstellung

Finnland will nach Worten von Europa-Minister Alexander Stubb unbedingt am Euro festhalten. Wir stehen zu "100 Prozent" zum Euro, sagte Stubb der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Stubb sagte: "Ich will deutlich machen, dass die Spekulationen des Außenministers nicht die Position der Regierung widerspiegeln".

 
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