Anleihen

Bloomberg/hahn
09.08.201208:11 Uhr
Italien: Banken können "Bond-Löcher" bald nicht mehr stopfen

Italien: Banken können "Bond-Löcher" bald nicht mehr stopfen

  • Italienische Banken kaufen immer mehr Staatsanleihen ihres Heimatlandes auf.

Im Juni stieg der Bestand italienischer Bonds in den Depots der Banken auf den höchsten Wert aller Zeiten. Viele ausländische Investoren halten sich von den Bonds derzeit fern - sie haben Angst, dass Italien um internationale Hilfe bitten könnte und in der Folge die Anleihen an Wert verlieren.

Im Juni stieg das Volumen italienischer Staatsanleihen, das von heimischen Banken gehalten wird, auf 316 Mrd. Euro. Das belegen neue Daten der italienischen Notenbank. Im Vergleich zum Mai sind dies 14 Mrd. Euro mehr.

Italienische Banken “haben bei Auktionen einen Großteil der Staatsanleihen aufgefangen, weil es an Investoren aus dem Ausland mangelte”, sagte Nicholas Spiro, Managing Director bei Spiro Sovereign Strategy in London.

Flucht aus Italien bleibt ein Trend

Die Flucht aus italienischen und spanischen Staatsanleihen hält seiner Meinung nach weiter an: “Die Frage ist, wie viel länger sie (die Banken) in der Lage sein werden, das Loch zu stopfen, falls ausländische Investoren weiter von italienischen und von spanischen Staatsanleihen wegsteuern”.

Einen Teil ihrer Aufkäufe finanzieren die italienischen Banken offenbar mit billigem Geld der Europäischen Zentralbank (EZB). Derzeit haben sich die Banken des Landes mehr als 283 Mrd. Euro bei der EZB ausgeliehen.

 
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