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Bloomberg
09.08.201213:44 Uhr
Spanier hätten in Fiskalunion mehr gezahlt als Deutsche

Spanier hätten in Fiskalunion mehr gezahlt als Deutsche

  • Zwischen 2001 und 2012 hätte Deutschland elf Milliarden € eingezahlt, Spanien sogar 14 Milliarden

Die Rettung des Euro über eine Art Fiskalunion würde Deutschland wohl weniger kosten, als es einige Politiker in Berlin derzeit befürchten. In einer sogenannten Transferunion sollte der Transfer das Ziel haben, die unterschiedlichen BIP-Wachstumsraten auszugleichen.

Versuche, die sich weiter verschlimmernde europäische Staatsschuldenkrise nun endlich einzugrenzen, stoßen immer wieder auf dasselbe Hindernis: jede glaubhafte Lösung würde von den Regierungen der Euroländer verlangen, dass sie für die Schulden der anderen Länder geradestehen und dass sie sich in schweren Zeiten helfen. Doch die reicheren Länder - und hier besonders Deutschland - lehnen Maßnahmen ab, die auf den Transfer von Geldern hin zu angeschlagenen Ländern wie etwa Griechenland oder Spanien hinauslaufen - als Alternative zu klassischen Krediten. Sie befürchten, dass sie für immer und ewig die schwächeren Volkswirtschaften stützen müssen.

Ob man es nun mag oder nicht: Die Eurozone bedarf eines Systems zur Risiko-Teilung. Volkswirte warnen seit langem, dass die Konjunkturzyklen der Mitgliedsstaaten nicht im Gleichtakt verlaufen und eine Art von Stabilisierungsmechanismus geschaffen werden muss. Inflation und Arbeitslosigkeit in den einzelnen Ländern unterscheiden sich deutlich. Und die Arbeitskräfte in Europa sind nicht mobil genug, um dahin zu ziehen, wo es gerade Jobs gibt - und auf diese Art einen Ausgleich zu schaffen.

Was also würde es kosten, Europa in eine bessere Fiskalunion zu verwandeln? Lassen Sie uns einmal das folgende Gedanken-Experiment durchführen.

Zunächst müssen wir herausfinden, was für eine Form von Finanzausgleichs-System am besten zur Eurozone passt. Eine Angleichung der Einkommensniveaus muss nicht das Ziel sein. Was für das Wohlergehen der Währung entscheidend ist, sind die einzelnen Wachstumsraten. Daher sollte der Transfer das Ziel haben, hier die Unterschiede zu verringern.

Wachstum durch Stabilisierungs-Fonds angleichen

Wie soll das gehen? Stellen sie sich einen Europäischen Stabilisierungs-Fonds vor. Länder mit hohen Wachstumsraten (inflationsbereinigt mehr als 2 Prozent) würden Einzahler in diesen Fonds sein. Nationen, die in einer Rezession stecken, würden Auszahlungen erhalten, die in etwa bei 40 Prozent ihrer Einnahmenverluste liegen.

Gehen wir im Folgenden von einer Teilnahme jener 12 Länder aus, die seit 2001 der Eurozone angehören. Zwischen 2001 und 2012, einer Zeit mit der schlimmsten Rezession der Geschichte, hätten die Einzahlungen der schnell wachsenden Länder lediglich bei 0,64 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes liegen müssen, um den Fonds über Wasser zu halten.

Deutschland wuchs in diesen insgesamt 12 Jahren lediglich in vier Jahren schnell genug, um sich als Einzahler in den Fonds zu qualifizieren. Im Durchschnitt hätten die deutschen Beiträge damit nur magere 0,03 Prozent des eigenen Bruttoinlandsprodukts betragen - oder in absoluten Zahlen: rund 11 Mrd. Euro für die gesamten 12 Jahre. Im Rezessionsjahr 2009 hätte Deutschland auf der anderen Seite eine Konjunkturhilfe von 2 Prozent des BIP aus dem Fonds erhalten.

Spanien wäre gröter Netto-Einzahler gewesen

Auch überraschend: Spanien, und nicht Deutschland, wäre in den 12 Jahren der größte Netto-Einzahler gewesen mit mehr als 14 Mrd. Euro. Dahinter hätte der Immobilien-Boom in der ersten Hälfte des Jahrzehnts gestanden. Auf den 2. Rang wäre Frankreich mit fast 13 Mrd. Euro gekommen.

Und selbst Griechenland wäre in den meisten Jahren ein Einzahler gewesen. Unterm Strich jedoch hätten die Griechen über die 12 Jahre netto etwa 5 Mrd. Euro aus dem Fonds erhalten. Der größte Teil dieser Summe wäre in 2011 geflossen, als das Land die größten Geldnöte hatte.

Mit anderen Worten, die Geschichte macht deutlich, dass es keinen Grund für die Annahme gibt, dass eine tiefer gehende Fiskalunion eine andauernde Unterstützung Deutschlands für die Länder der Euro-Peripherie nach sich zieht, etwas für Griechenland und Spanien. Geld würde in alle Richtungen fließen.

Die Transfer-Zahlungen könnten viel dazu beitragen, die konjunkturellen Auf- und Abschwünge auszugleichen.

 
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