Schweizer Franken

Agenturen/Schuch
09.08.201213:28 Uhr
"SNB kann mit Franken-Interventionen ziemlich lange weitermachen, außer es kommt zum Kollaps der Eurozone"

"SNB kann mit Franken-Interventionen ziemlich lange weitermachen, außer es kommt zum Kollaps der Eurozone"

  • Die Devisenreserven der SNB sind im Juli auf ein Rekordhoch gestiegen - Alternativen müssen her.

Nichts schließt die Schweizer Notenbank im Kampf gegen den starken Franken aus. Jetzt werden gar negative Einlagezinsen diskutiert, so wie sie die Dänen im Juli eingeführt haben, um die Krone unattraktiv für Investoren zu machen. Doch die Lage der Schweizer ist nicht ganz so einfach.

Seit über elf Monaten verteidigt die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken erfolgreich. Die ersten drei Monate nach der Festsetzung der Mindestgrenze am 8. September 2011 musste sie dafür kaum Geld in die Hand nehmen, der Kurs lag in beruhigendem Abstand zur Untergrenze.

Seit Anfang April klebt der Wechselkurs nun an der 1,20-Franken-Linie, die Anbindung des Franken an den Euro ist nicht nur blosse Theorie, sondern seit über vier Monaten ein Fakt. Allerdings sieht sich die Notenbank seit einiger Zeit wegen des schwächelnden Euros schwer in die Defensive gedrängt und muss im Schnitt täglich zwei bis drei Milliarden Franken aufwenden, um die Kursuntergrenze zu verteidigen.

Deshalb sind die Devisenreserven im Juli um 11,3 Prozent auf 406,5 Milliarden Franken angeschwollen - mit 71 Prozent des BIP ein Rekordwert. SNB-Sprecher Walter Meier bestätigte, dass "ein großer Teil" des Anstieges auf Devisenkäufe zur Verteidung des Euro-Mindestkurses zum Franken zurückzuführen ist.

SNB-Präsident Thomas Jordan hat immer wieder betont, dass er die Franken-Obergrenze von 1,20 zum Euro "mit unbegrenzten Devisenkäufen verteidigen werden, sollte es erforderlich sein". Seit September letzten Jahres stiegen die Devisenreserven um 44 Prozent.

"Die SNB kann mit ihren Interventionen ziemlich lange weitermachen, außer es kommt zu Extremszenarien wie einem Kollaps der Eurozone”, analysierte Credit Suisse-Ökonom Maxime Botteron gegenüber Bloomberg. "Der einzige einschränkende Faktor ist Inflation, da sie ja die Liquidität durch ihre Devisenkäufe erhöhen. Das ist, allerdings, derzeit kein Thema."

Nichts wird ausgeschlossen

Auf verbaler Ebene dürfte die SNB ihr Pulver allerdings verschossen haben. Daher fordern nun einige Währungsspezialisten, die SNB solle zu flankierenden und neuen Massnahmen greifen, um den Franken abzuschwächen. Mit dem Ziel, die Märkte und die Spekulanten zu verunsichern. Der emeritierte Basler Wirtschaftsprofessor Peter Bernholz schlägt beispielsweise vor, mit überraschenden und starken Interventionen den Euro-Kurs gelegentlich hochzudrücken.

"Das würde kurzfristig zwar grössere Devisenkäufe zur Folge haben, aber vermutlich wegen der geschaffenen Unsicherheit das Ausmass der Interventionen zur Verteidigung der 1,20 verringern", sagte Bernholz gegenüber der Wirtschafts- und Finanzplattform "cash".

Angesichts der immer schwieriger werdenden Verteidigung der Franken-Obergrenze stellte SNB-Präsident Jordan schon Anfang Juli gegenüber dem "Handelsblatt" klar, dass keinerlei Maßnahmen zur Schwächung des Franken ausgeschlossen würden. Nun werden offenbar sogar negative Zinsen auf Sichteinlagen bei der SNB diskutiert: Direktoriumsmitglied Danthine sagte, dies sei eine Maßnahme, die die Notenbank in Erwägung ziehen könnte, wenn es die Umstände erfordern.

Schweiz wirft ein Auge auf Dänemark

Entsprechend dürften die Schweizer Währungshütern ihren dänischen Kollegen genau auf die Finger schauen. Weil Dänemark genau wie die Schweiz als sicherer Hafen gesehen wird, kämpfen auch die Dänen gegen eine Aufwertung der Krone. Die dänische Zentralbank fuhr im Kampf gegen die Investoren Anfang Juli ein neues Geschütz auf - Negativzinsen, so wie es jetzt die Schweiz erwägt. Am 5. Juli, als die EZB gleichzeitig den Leitzins auf 0,75 Prozent senkte, stutzen die Notenbank die Zinsen, die sie für Sichteinlagen zahlt, unter Null.

"Man kann sicher davon ausgehen, dass die Schweizer die Dänen genau beobachten", bestätigte Credit Suisse-Experte Botteron. "Sollte sich die Lage verschlechtern, könnten sie folgen und so wie die Dänen negative Zinsen auf die Sichteinlagen der Banken einführen."

In Dänemark wie auch der Schweiz führten die Euro-Käufe zu deutlichen Anstiegen der Kronen- bzw. Franken-Einlagen bei den Notenbanken - die verkauften Lokalwährungen deponierten die Banken einfach wieder bei der Notenbank. Während die Sichteinlagen bei der dänischen Notenbank nach der Zinssenkung zurückgingen, erreichten die Einlagen bei der SNB im Juli ein neues Allzeithoch von 261,4 Milliarden Franken.

Den Einlagenzins zu senken könnte die Banken dazu bewegen, die Mittel in andere Assets zu investieren oder als Kredite zu vergeben. Bei negativen Zinsen würden die Banken ja sogar dafür bezahlen, um ihr Geld bei der Notenbank deponieren zu dürfen - so wie Investoren auch dafür bezahlen, kurzlaufende deutsche Bundesanleihen halten zu dürfen. In Dänemark lag der Einlagenzins bei 0,05 Prozent bevor die Notenbank entschied, ihn auf minus 0,2 Prozent zu stutzen.

Franken bleibt viel zu teuer

Die dänische Krone und der Schweizer Franken sind laut OECD jedenfalls viel zu teuer. Gemessen an der Kaufkraftparität liegt die Überbewertung des Franken zum Euro bei 36 Prozent. Für die dänische Krone sind es immerhin noch 24 Prozent.

Kasper Kirkegaard, Devisenanalyst bei der Danske Bank, hält es ob des Anstiegs der SNB-Devisenreserven an einem bestimmten Punkt für "natürlich", dass über weitere Maßnahmen nachgedacht wird. "Für andere Länder ist Dänemark so etwas wie ein Versuchsobjekt, um zu beurteilen, wie die Wirtschaft und das Bankensystem auf negative Zinsen reagiert. Die Krone hat sich leicht abgeschwächt, was den Druck auf die Notenbank ein wenig gemildert hat." Dennoch gibt es kein Allheilmittel, vor allem wenn die Krise eskaliert, sagt Kirkeegaard: "Sollte sich die Schuldenkrise in Europa weiter verschlimmern, wird es eine ganz Menge brauchen, um Investoren davon abzuhalten, Franken oder Kronen zu kaufen."

Unerwünschte Nebenwirkungen

Andere Ökonomen meinen, die Schweizer hätten weniger Gründe für Negativzinsen als die Dänen: Ein solcher Schritt könnte laut Ulrike Rondorf von der Commerzbank "ernste, unbeabsichtigte Nebenwirkungen" nach sich ziehen. "Mit Negativzinsen hoffen die Zentralbanken, dass die Geschäftsbanken die Gelder eher als Kredite vergeben statt sie als Einlagen zu halten", ergänzt Karsten Linowsky von der Credit Suisse. Aber in der Schweiz funktioniere der Kreditmarkt sehr gut. "Angesichts dessen gibt es keinen Grund für die SNB die Zinsen unter null zu senken."

Auch Niklaus Blattner ist bezüglich Negativzinsen oder auch Kapitalverkehrskontrollen skeptisch: "Man darf von diesen Massnahmen nicht zu viel erwarten", sagt der Ex-SNB-Vizepräsident zu "cash". Und zum Vorschlag von Bernholz meint er gar: "Das ist eine Illusion."

"Die SNB befindet sich momentan in einer kritischen Phase", so Blatter. Solange die Euro-Zone ihre politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit nicht zurückgewonnen habe, müsse man zufrieden sein, wenn die SNB die Untergrenze überhaupt verteidigen könne.

 
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