Internationale Wirtschaftsnachrichten

Reuters
11.08.201217:50 Uhr
Romney und Ryan gegen Obama

Romney und Ryan gegen Obama

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney will mit dem Haushaltspolitiker Paul Ryan gegen Präsident Barack Obama antreten und die US-Staatsverschuldung in den Vordergrund des Wahlkampfs rücken.

Romney stellte den 42-Jährigen nach einer monatelangen Suche am Samstag im Staat Virginia als Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten vor. Ryan sei ein Vordenker der Republikaner, sagte Romney. Er sei zudem charakterstark und wertorientiert.

Ryan hat sich als Haushaltspolitiker im Repräsentantenhaus einen Namen gemacht. Er fiel etwa mit dem Vorschlag auf, die Gesundheitsversorgung für Alte und Arme zu kürzen. Der aus Wisconsin stammende Politiker wird besonders von der erzkonservativen Tea Party der Republikaner unterstützt. Die Bewegung macht sich dafür stark, die Macht der Bundesregierung in Washington zu beschränken sowie die Schuldenlast der USA und Steuersätze zu senken.

Romney betonte, dass sein Team im Wahlkampf mit den Themen Wirtschaft und Sozialleistungen punkten wolle. Zudem müsse Obamas Gesundheitsreform zurückgenommen werden. Ryan kritisierte Politiker beider Parteien. "Uns läuft die Zeit davon", sagte er bei dem gemeinsamen Auftritt mit Romney an einem ausgemusterten Schlachtschiff aus dem Zweiten Weltkrieg in der Stadt Norfolk. Wenn jetzt nicht gehandelt werde, gebe es schmerzhafte Konsequenzen. Den größten Beifall bekam der Politiker, als er sagte, die Rechte der Bürger leiteten sich von der Natur und Gott ab - und nicht von der Regierung.

Romney besucht besonders umkämpfte Staaten

Romney begann am Samstag eine Tour durch vier der Staaten, in denen das Rennen zwischen ihm und Obama offen ist: Virginia, North Carolina, Florida und Ohio. Die Demokraten werden wahrscheinlich vor allem in Florida auf die umstrittenen Kürzungsvorschläge Ryans hinweisen. Der Staat, in dem viele Rentner leben, könnte bei der Wahl am 6. November entscheidend sein.

Romney fiel zuletzt in Umfragen hinter Obama zurück. Besonders bei den Themen Arbeitsplätze und Wirtschaft trauten die Befragten Obama mehr zu als dem Millionär Romney. Die Republikaner bemühen sich darum, ihr haushaltspolitisches Profil zu schärfen. Sie wollen das Defizit vor allem über eine Verschlankung des Staates und Sparmaßnahmen senken. Obama will dagegen Steuerschlupflöcher schließen und die Abgaben für Wohlhabende erhöhen.

Ende August soll der 65-jährige Romney auf einem Parteitag in Tampa in Florida zum Kandidaten für die Präsidentenwahl gekürt werden. Obama tritt im November wieder mit dem jetzigen Vizepräsidenten Joe Biden an.

Ryan kennt Washington schon seit Jahren

Romney und Ryan freundeten sich in diesem Frühjahr an, als der 42-Jährige in den Vorwahlen der Republikanern eifrig für den Obama-Herausforderer warb. Sollte Romney die Wahl im November gewinnen, könnte ihm sein Weggefährte bei Auseinandersetzungen mit dem Kongress eine wichtige Hilfe sein. Ryan sitzt seit 13 Jahren im Repräsentantenhaus und arbeitete schon vor seiner Zeit als Abgeordneter in der Washingtoner Politik. Romney dagegen war lange Zeit Unternehmer und bringt keine Erfahrung in Washington mit. Ryan entwickelte sehr früh ein Interesse für die Haushaltspolitik. So sagte er im Jahr 2010, dass er Budgetentwürfe gelesen habe, seit er 22 gewesen sei. "Ich weiß, dass das ein bisschen krank ist", scherzte er damals.

 
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