Anleihen

Bloomberg/Schuch
03.08.201215:59 Uhr
Die besten Staatsanleihen der Welt - so teuer wie nie zuvor

Die besten Staatsanleihen der Welt - so teuer wie nie zuvor

Zweistellige Performance in unsicheren Zeiten - das schaffen (fast) nur US-Staatsanleihen. Die Kursgewinne machen es möglich, doch darauf auch weiter zu wetten ist riskant.

In drei Monaten eine Performance von zehn Prozent zu erzielen, kann sich durchaus sehen lassen - vor allem im aktuellen Nullzinsumfeld. Das das gerade mit den als "sicher" geltenden US-Treasuries möglich war, deren Rendite als solches nicht einmal die Inflation abdeckt, kommt da eigentlich wenig überraschend. Die Kurse klettern weiter, damit wird die Performance erzielt - längst nicht mehr mit dem Kupon.

US-Staatsanleihen bleiben damit die weltbesten Bonds. Konkret haben die Langläufer, jene Papiere die eine Restlaufzeit von zumindest zehn Jahren aufweisen, in den vergangenen drei Monaten 9,8 Prozent abgeworfen, wie Daten von Bloomberg und der European Federation of Financial Analysts Societies (EFFAS) belegen. Der Zugewinn war der höchste unter 144 Bondindizes, zurückzuführen auf die Nachfrage nach sicheren Häfen vor dem Hintergrund der globalen Konjunkturverlangsamung und der Schuldenkrise in Europa. Mit deutschen Bundesanleihen war etwa "nur" eine Performance von 6,3 Prozent zu erzielen. Erfreulich: Österreichische Bonds warfen ebenfalls annähernd zehn Prozent ab.

"Wir haben bei den US-Renditen wahrscheinlich den Boden gesehen, aber wir sind dennoch weiter in einem Niedrigzinsumfeld. Die US-Wirtschaft kommt nicht groß vom Fleck", sagte Andy Cossor, Chefstratege der DZ-Bank, gegenüber Bloomberg. Die zehnjährigen Renditen sollen in sechs Monaten, so die Prognose der Bank, bei 1,6 Prozent liegen.

Erwartete Inflation viermal höher als die Rendite

Unter Berücksichtigung der Erwartungen für Zinsen, Wachstum und Inflation sind US-Treasuries aktuell so teuer wie nie zuvor. So liegt etwa die Inflationserwartung für die nächsten fünf Jahre in den USA bei 2,57 Prozent (der Zehn-Jahres-Durchschnitt liegt nur knapp darüber bei 2,75 Prozent), und dennoch gehen die fünfjährigen Renditen weiter zurück. Aktuell werfen fünfjährige US-Bonds nur mehr 0,6 Prozent ab - die erwartete Inflation ist also viermal so hoch. Selbst die zehnjährige Rende liegt mit 1,4 Prozent deutlich darunter.

Davon abgesehen würden Anleger, sollte die Prognose von der DZ-Bank eintreten, ja auch noch einen Kursverlust einfahren. Es sei denn, die Bonds werden bis zum Laufzeitende gehalten, was aber angesichts der Renditen nicht ratsam wäre.

Die Nachfrage nach deutschen Staatsanliehen hält die Rendite auf zweijährige Anleihen weiter unter null Prozent. Bei US-Treasuries liegt der Aufschlag zu den deutschen Papieren bei 31 Basispunkten, die Rendite liegt also über der Nulllinie. Der Unterschied ist gleichzeitig der größte seit zwei Jahren.

Es ist nach wie vor eine gute Idee Staatsanleihen zu kaufen, glaubt indes John Brynjolfsson, Chief Investment Officer vom US-Hedgefonds Armored Wolf. "Wir sind ziemlich defensiv eingestellt", so der Experte gegenüber Bloomberg.

 
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