Wohnen

Arne Johannsen
31.07.201209:43 Uhr
Geld spielt keine Rolle: Milliardäre im Insel-Fieber

Geld spielt keine Rolle: Milliardäre im Insel-Fieber

  • Oracle-Chef Ellison kauft sich für 500 Millionen Dollar eine Hawaii-Insel, Paul Allen möchte von seiner runter.

Milliardäre im Insel-Fieber. Superreiche wie Larry Ellison kaufen, andere wollen zurück aufs Festland. Das Besonderes an den Deals: Geld spielt keine Rolle.

Wer "Ananasfarmer“ bisher für eine wenig schmeichelhafte Berufsbezeichnung gehalten hat, muss umlernen. Denn die Branche hat prominenten Zuwachs erhalten: Larry Ellison, Gründer und CEO von Oracle. Die Nummer sechs der "Forbes“-Liste der Superreichen hat im Juni die Hawaii-Insel Lanai erworben, einst die größte Ananasplantage der Welt.

Geschätzte 500 Millionen US-Dollar hat der Software-Unternehmer für das Eiland bezahlt. Nicht gerade ein Schnäppchen, aber immerhin ist Lanai auch 29 Kilometer lang, bis zu 21 Kilometer breit und verfügt über einige Hotel-Resorts und Golfplätze.

Der Oracle-Chef ist das jüngste Mitglied eines exklusiven Zirkels von Insel-Besitzern. Zu ihnen gehören Wirtschaftsgrößen wie Ted Turner und Roman Abramovich, Schauspieler wie Johnny Depp, Mel Gibson und Eddy Murphy oder ganz einfach Erben wie Athina Onassis.

Ausgelöst hat den Run auf das Leben ohne Nachbarn Richard Branson, Gründer des Virgin-Konzerns. Der erwarb bereits 1978 die 300.000 Quadratmeter große Karibik-Perle Necker Island für 280.000 US-Dollar. Mittlerweile kostet alleine das Mieten der Insel für sich und weitere 28 Gäste für fünf Nächte so viel wie der damalige Kaufpreis.

Doch nicht allen Milliardären taugt das Insel-Dasein. So ist Allan Island, die Insel des Microsoft-Mitbegründers Paul Allen vor der US-Westküste, derzeit am Markt. Ein Haus gibt es darauf nicht, Strom auch nicht, dafür eine Piste als Landebahn für Kleinflugzeuge. Angeboten wird die Immobilie für 13,5 Millionen Dollar, was ein wenig nach Sommerschlussverkauf klingt, denn ursprünglich wollte Allen dafür über 20 Millionen erlösen.

Oldtimer statt Insel

Auch der amerikanische Mobilfunk-Unternehmer Craig McCaw will zurück aufs Festland. Er bietet sein James Island vor der Küste von Vancouver Island für 75 Millionen Dollar an, inklusive eines von Jack Nicklaus gestalteten 18-Loch-Golfplatzes, einer Villa aus Zedernholz mit 1.700 Quadratmeter Wohnfläche und sechs Gäste-Cottages. Die Hälfte des erhofften Verkaufserlöses, 35 Millionen Dollar, hat McCaw bereits wieder ausgegeben: Er erwarb um den Betrag einen Ferrari 250 GTO, Baujahr 1962, der einst für Rennfahrer-Legende Stirling Moss gebaut wurde - der höchste Preis, der jemals für ein Auto bezahlt wurde.

 
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