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Reuters
30.07.201208:25 Uhr

Notenbanken treiben Börsen in Asien an

Die Hoffnung auf ein aktives Vorgehen der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie ihrer US-Kollegin Fed gegen die Euro-Schuldenkrise hat die asiatischen Aktienmärkte am Montag gestützt.

Händler sagten, bei den Anlegern mache sich eine gewisse Erleichterung breit. Grund sind Äußerungen von EZB-Chef Mario Draghi von vergangener Woche. Er versprach, alles zu tun, um den Euro zu retten. Sowohl die Fed als auch die EZB treffen sich diese Woche jeweils zu ihren monatlichen geldpolitischen Sitzungen. Die Fed berät am Dienstag und Mittwoch, die EZB am Donnerstag. Der Euro sank auf 1,2285 Dollar nach 1,2320 Dollar im späten US-Geschäft am Freitag. Vor den Draghi-Äußerungen hatte er bei 1,2042 Dollar den niedrigsten Stand seit zwei Jahren markiert.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,8 Prozent fester bei 8635 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,7 Prozent auf einen Stand von 731 Zähler. Börsianer setzen darauf, dass die Notenbanken der schwächelnden Weltwirtschaft noch stärker unter die Arme greifen als bislang. "Die Märkte rechnen mit einer weiteren Zinssenkung und der Wiederaufnahme des Kaufs von spanischen und italienischen Bonds", sagte Monex-Chefstratege Takashi Hiroki. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans legte um gut ein Prozent zu auf den höchsten Stand seit drei Wochen.

Viele Experten halten die Gewinne angesichts der grassierenden Schuldenkrise aber für nicht tragfähig. "Das Problem bleibt, dass die Zentralbanken nicht die Fähigkeit haben, 'alles, was nötig ist', zur Euro-Rettung zu tun", sagte Jeff Sica von Sica Wealth Management. Sie riskierten lediglich, ihre Glaubwürdigkeit zu untergraben, indem sie nicht haltbare Dinge versprechen, sagte er.

Die Woche in Japan steht auch im Fokus der Berichtssaison. Unter anderem geben Sony, Honda Motor, Toyota und Komatsu Einblick ins abgelaufene Vierteljahr. Von den 28 Nikkei-Unternehmen, die bereits Geschäftszahlen veröffentlicht haben, verfehlten mehr als die Hälfte die Erwartungen von Analysten. Im Vorquartal schnitten 60 Prozent der Firmen besser ab. Sony-Aktien verloren gegen den Trend um 0,6 Prozent. Toyota-Titel gewannen dagegen knapp 0,5 Prozent.

 
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