Gesundheit

Jochen Hahn
27.07.201209:57 Uhr
EZB goes Fed… und Asien ist der große Gewinner

EZB goes Fed… und Asien ist der große Gewinner

  • Der Zustand der Eurozone ist derart bedenklich, dass die EZB als letzte Rettungsinstanz einschreiten muss. Denn die Politik hat kläglich versagt.

Das Bekenntnis von EZB-Chef Mario Draghi „alles zum Erhalt des Euro“ tun zu wollen, ist in Wirklichkeit eine Bankrotterklärung der Politik.

Seit dem Ausbruch der Euro-Schuldenkrise, dem Desaster um Griechenland, Portugal, Irland und nun auch Spanien und Italien, wurden unzählige EU-Gipfel für halbherzige „Maßnahmen“ verschwendet. Unterm Strich wurde die Situation dadurch laufend verschlimmert – Salami-Taktik hat sich noch nie ausgezahlt.

Eine Lösung der Krise oder zumindest ein Ausblick auf Besserung wurde nicht gefunden bzw. konnte nicht erreicht werden. Das mit dem Rücken zur Wand stehende Spanien hat Mario Draghi gezwungen, „All-in“ zu gehen. Die Europäische Zentralbank ist nun nicht mehr der Preisstabilität verpflichtet, sondern nur noch der Stabilität der Eurozone als Ganzes und daher den Renditen an den Anleihenmärkten. Es ist der letztmögliche Schritt, der letzte verbliebene Schutzwall, um ein Auseinanderbrechen der Eurozone zu verhindern.

Daher müssen den Worten auch bald Taten folgen. Es ist davon auszugehen, dass die EZB schon in der kommenden Woche mit Käufen von Problemanleihen starten wird. Damit haben internationale Investoren die Gewissheit auf Kursgewinne. Die US-Notenbank Fed exerziert das schon seit einiger Zeit vor. Die direkten Eingriffe am US-Bond-Markt führten dazu, dass kaum noch ein Investor US-Treasuries hergeben möchte, denn fallende Renditen bedeuten steigende Kurse. Das wird auch in Europa passieren, wenn Draghi es ernst mit seinen Worten meint. Damit wäre Druck aus den Märkten und zeitlicher Spielraum gewonnen, um die Restrukturierung der überschuldeten Eurozone anzugehen – auch mit Wachstumsimpulsen.

Allerdings ist fraglich, ob die Politik die Zeit sinnvoll nutzt. Denn es sind bekanntlich dieselben handelnden Personen, die uns in die aktuelle Überschuldungsfalle geführt haben. Es ist daher zu befürchten, dass wir am Ende des Tages kaum an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen haben und eine Währung besitzen, die einem geldmengenbedingten, völligen Wertverfall ausgeliefert ist. Dieser Umstand gilt zwar für den Dollar gleichermaßen, es wird aber dazu führen, dass Asien als glänzender Sieger der aktuellen Entwicklung hervorgeht. Damit verschiebt sich der Wohlstand weiter Richtung Osten. Wir haben bereits verloren.

 
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