Goldmarkt

Das Interview führte Carolina Burger
24.07.201216:45 Uhr
"Der Goldpreis wird auf 7.000 Dollar steigen"

"Der Goldpreis wird auf 7.000 Dollar steigen"

  • FORMAT-Interview. US-Investor und Goldexperte Jim Rickards über Inflation, die Goldpreis-Hausse und eine mögliche Rückkehr zum Goldstandard.

English-Version

FORMAT: In ihrem neuen Buch "Währungskrieg" kritisieren Sie, dass Präsiden Nixon die Koppelung des Dollars an Gold aufgehoben hat. Warum war das ein Fehler?

Jim Rickards: Es war falsch weil die Infaltion danach den Wert des Dollars zerstörte. Die Vereinigten Staaten mussten in Folge drei Rezessionen in den Jahren 1974, 1979 und 1980 durchstehen. Zwischen den Jahren 1977 und 1981 lag die Geldentwertung bei 50 Prozent. Die Ersparnisse der Amerikaner schmolzen dahin. Zudem verlangsamte sich auch das Wirtschaftswachstum, die Arbeitslosigkeit stieg und die Industrie geriet ins stocken. Anfang der 1970er Jahre kostete ein Barrel Öl nur zwei Dollar. Eigentlich wollten die Politiker mit ihreren Maßnahmen den Dollar abwerten um den Export zu fördern und Arbeitsplätze zu schaffen. Sie haben damals allerdings genau das Gegenteil bewirkt. Die Amerikanische Notenbank hat von 1982 bis 2002 gebraucht, um den Schaden wieder zu reparieren.

FORMAT Wäre es denkbar, dass die USA wieder zu einem Goldstandard zurückkehren?

Rickards: Ja, das ist auf jedenfall denkbar. Wichtig ist nur, dass das zu einem richtigen Preis passiert. Die Geschichte zeigt ja, dass es schon Zeiten gegeben hat, wo die Geldmenge an den Goldpreis gekoppelt war. In den Jahren 1870 bis zum ersten Weltkrieg orientierte sich die Währung führender Industrienationen am Goldpreis. Der Goldstandard wurde allerdings vor dem zweiten Weltkrieg abgeschafft, weil der Krieg sonst nicht finanzierbar gewesen wäre. Die Staaten begannen damit Geld zu drucken, anschließend wollten sie wieder zum Goldstandard zurückkehren. Die Schwierigkeit war den richtigen Preis zwischen der Währung und Gold auszumachen. Amerika und Großbritanien etwa führten den Goldstandard zum Wechselkurs der Währung vor dem Krieg wieder ein. Besonders England hatte allerdings die Geldmenge extrem ausgeweitet. Damit die Koppelung an Gold funktionierte, musste die Geldmenge stark zurückgefahren werden.

FORMAT: Wo müsste der Goldkurs stehen, wenn sich Gold in den kommenden Jahren wieder am Goldstandard orientieren sollte?

Rickards: Dann wärde die Feinunze Gold zwischen 5.000 und 7.000 Dollar kosten. Das wäre der angemessene Preis um die bestehende Geldmenge mit realem Gold zu hinterlegen. Wenn das Vertrauen in Papiergeld weiter sinkt, sind die Politiker dazu gezwungen die Währung wieder an irgendeinen realen Wert zu knüpfen.

FORMAT: Wie lang wird es noch dauern bis der Goldkurs in derart astronomische Höhen schießt?

Rickards: In ein paar Jahren ist es soweit. Das hängt auch davon ab, wie schnell die Maßnahmen der Politiker greifen. Wir sind seit 2007 in einer neuen Rezession. Die Zentralbanken werden wohl noch weiter Geld drucken und damit versuchen die Wirschaft wieder anzukurbeln. All das wird am Ende des Tages aber nicht helfen, weil das Vertrauen in Papiergeld einfach von Tag zu Tag schwindet.

FORMAT: Warum halten Sie die Maßnahmen der Zentralbanken für früchtlose Aktionen?

Rickards: Die Zentralbanken fürchten sich vor einer anhaltenden Deflation, weil die zu einem weiteren Bankencrash führen könnte. Alle wollen jetzt dafür sorgen, dass die eigene Währung billiger wird, um Exporte attraktiver zu machen und das Wachstum anzukurbeln. Aber diese Strategie wird nicht aufgehen, weil es unmöglich ist, dass alle Staaten billige Währungen besitzen. Wenn eine Währung abwertet, wertet eine andere dafür auf.

FORMAT: Was würde helfen, um nicht in eine Deflation abzurutschen?

Rickards: Als einzig wirkungsvolle Maßnahme bleibt eine Währung wieder an Gold zu koppeln. Der Goldkurs kann nämlich nicht durch die Zentralbank des jeweiligen Landes manipuliert werden, so wie das bei Papiergeld der Fall ist. Ich halte eine Rückkehr zum Goldstandard für die letzte denkbare Lösung nachdem die Politiker alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft haben, um Inflation zu kreieren. Wenn der Goldpreis 5.000 Dollar betragen würde, würde das automatisch Inflation erzeugen. Öl würde etwa auf 400 Dollar pro Barrel steigen.

FORMAT: Aber wer sorgt für die Nachfrage wenn der Goldkurs auf 7.000 Dollar pro Feinunze steigen soll?

Rickards: Zentralbanken können so viel Gold kaufen wie sie wollen und den Preis somit steuern. Man sieht ja, dass Interesse an Gold seitens der Zentralbanken bereits deutlich zugenommen hat. Russland, China und Mexiko kaufen wie verrückt.

FORMAT: Welches Szenario halten Sie für wahrscheinlicher: Eine starke Inflation oder eine Deflation?

Rickards: Im Moment haben wir sowohl eine Inflation als auch eine Deflation. Die Frage ist, wie lange dieses ausgewogene Verhältnis anhält? Das ist ein weitaus dynamischerer Prozess als viele Leute glauben.

FORMAT: Der Goldpreis ist seit dem Hoch im September 2011 kontinuierlich gefallen. Sind das nicht erste Anzeichen dafür, dass der Aufwärtstrend ein Ende hat?

Rickards: Nein, weil es charttechnisch einen sehr feste Widerstand bei rund 1.500 Dollar pro Feinunze gibt. Diese Marke ist vor allem durch die stetigen Zukäufe der chinesischen Notenbanken abgesichert. Die Chinesen sind sehr smarte Goldkäufer, die nicht zu jedem Preis zuschlagen, sondern solange warten bis der Goldpreis etwas nachgibt und erst dann kaufen.

FORMAT: Ist jetzt ein guter Zeitpunkt um in Gold zu investieren?

Rickards: Definitiv, ja.

FORMAT: Würden Sie eher in physisches Gold invetsieren oder in Fonds bzw. ETF?

Rickards: In physisches Gold. Für eine kurze Zeit können Anleger auch über Fonds vom Goldpreisanstieg profitieren. Aber wenn es ans Eingemachte geht und eine richtige Panik an den Finanzmärkten ausbricht, bleiben die Börsen in der Regel geschlossen. Dann kommen Anleger, die über Fonds in Gold investiert haben, nicht an ihr Geld.

FORMAT: Warum hinken Goldminenaktien dem Goldpreis derart hinterher?

Rickards: Der Grund ist der bekannte Hedgefondsmanager John Paulsen. Nachdem er mit der Wette auf den Hausmarkt-Crash 2007 ein Vermögen verdiente, setzte er im großen Stil auf Goldminenaktien. Die Aktien, die er kaufte sind jetzt 20 Prozent oder noch mehr im Minus. Viele seiner Kunden wollten ihre Minenaktien wieder verkaufen. Daher war Paulsen gezwungen das zu tun und dieser Verkaufsdruck lastet noch immer auf den Aktienkursen von Minenunternehmen.

FORMAT: Wie viel Prozent ihres gesamten Portfolios würden Sie in Gold investieren?

Rickards: Bis zu 20 Prozent. Anleger sollten nicht 50 Prozent oder mehr in eine Asset klasse investieren.

Zur Person: James Rickards fungiert in New York als Partner des Hedgefonds JAC Capial Advisors. Zuvor war der Ökonom 35 Jahre an der Wall Street tätig - unter anderem für die Citibank. Der studierte Rechtsanwalt gibt regelmäßig Interviews für Bloomberg, The Wall Street Journal, CNBC und Fox. Nebenbei ist Rickards Autor des Bestsellers „Währungskrieg“.

 
ulysses007, 25. 07. '12 12:35
Angebot und Nachfrage...schon vergessen Herr Rickards ?
7000 Dollar für eine Feinunze...mit Verlaub...das ist bar jeder Überlegung...man lest ja schon viel Blödsinn hier.
Edelmetalle
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