Body & Soul

Gabriela Schnabel
26.07.201213:51 Uhr

Robert Jung, der Austro-Tarzan

Robert Jung, Country-Manager von Nordsee Österreich, nimmt Anleihen beim Dschungel-Menschen, um fit zu bleiben: Seine Kraftkammer ist die Natur, seine Geräte Bäume und Steine. Und er schwört auf die Steinzeit-Diät.

Ein moderner Manager, der sich an Rezepte von vor 20.000 Jahren hält: Robert Jung, 32, ernährt sich wie einst die Steinzeitmenschen. Und er hält sich fit, indem er Bäume stemmt oder Felsbrocken durch die Gegend trägt. Dabei hat der Mann jede Menge leckerer Speisen direkt vor der Nase: Als Country-Manager von Nordsee Österreich ist er verantwortlich für 37 Filialen, den Snackbereich und die Belieferung des Einzelhandels.

Augenfällig ist die stattliche Figur des in Wien geborenen und in Niederösterreich aufgewachsenen Mannes. Bei 1,95 Metern bringt er 100 Kilo auf die Waage. Das liegt nicht nur an seinem augeprägten Outdoor-Training, sondern auch an seinem speziellen Speiseplan. Jung hat in seinem Leben schon viele Formen der gesunden Ernährung ausprobiert, bis er vor knapp einem Jahr auf die Paläo-Diät, auch Steinzeit-Diät genannt, aufmerksam wurde.

Die Steinzeiternährung basiert auf dem ausschließlichen Konsum von Nahrungsmitteln, die schon in der Altsteinzeit verfügbar waren. Also Wildfleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Schalentiere, Maroni, Eier, Obst, Gemüse, Pilze, Nüsse. Auch Hochglykämisches wie Honig und Datteln darf verzehrt werden. Tabu sind alle Arten von industriell bearbeiteten Nahrungsmitteln wie Zucker, Milchprodukte, Alkohol, Getreide und deren Erzeugnisse.

Bloß kein Brot

Zum Frühstück genießt er also geräucherten Lachs mit Butter und Gemüse, allerdings ohne Brot. „Ich ernähre mich sehr natürlich und habe dadurch das ganze Thema Blutzuckerspitzen und Leistungsschwankungen nicht“, erklärt Jung seinen evolutionären Ansatz bei der Ernährung. Bedeutet: Jung hält seinen Insulinspiegel niedrig und hemmt dadurch den Fettaufbau.

Für Jung ist das nicht nur eine kurzfristige Modeerscheinung, sondern Philosophie. Er absolvierte an der Body & Health Academy in Wien eine dreisemestrige Ausbildung als Ernährungs- und Fitnessberater, um den Dingen auf den Grund gehen zu können. „Mein Grundgedanke dabei war: Was passiert mit der Leistungsfähigkeit im sportlichen, privaten, aber auch im beruflichen Bereich, wenn ich mich anders ernähre?“ Zusätzlicher Aspekt: „Wir leben heute in einer Gesellschaft, in der das Auftreten und die Optik sehr wichtig sind. Man wirkt auch leistungsbezogener, wenn man nicht übergewichtig ist.“

Sein Anspruch beschränkt sich nicht aufs Essen, sondern setzt sich auch beim Fitnesstraining fort. Und so ist Jung beim Tabata-Training gelandet, das mit einem intensiven Intervalltraining zu vergleichen ist und die Fettverbrennung stark fördert. Und das Ganze mit wenig Zeitaufwand. Der Trick dabei: Jede Übungseinheit, ob Liegestütz, Sit-ups, Hochstrecksprünge oder Laufen am Stand, erfolgt je eine Minute bei maximaler Frequenz. „Nach jeder Übung wird 30 Sekunden lang pausiert, und das ganze Training dauert maximal 15 Minuten lang“, führt Jung aus.

Bevorzugt macht der Naturbursch seine Übungen freilich im Freien. „Ich trainiere mit allem, was mir die Natur zur Verfügung stellt. Da bin ich unabhängig und an der frischen Luft“, beschreibt er sein Outdoor-Fitnesscenter. Den Beweis blieb er nicht schuldig. Der Mann stemmt tatsächlich Bäume, schleppt Felsen durch die Gegend und zieht sich mit Klimmzügen an knorrigen Ästen hinauf.

 
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