Meinung

Ashwien Sankholkar
26.07.201213:22 Uhr

Qualvoller Birni-Effekt

Der Villacher Steuerberater Dietrich Birnbacher ging während des gegen ihn laufenden Korruptionsprozesses in sich. Herausgekommen ist ein umfassendes Geständnis, das er in Etappen mit der Öffentlichkeit teilt.

Sein letzter Offenbarungseid löste diese Woche ein politisches Erdbeben in Kärnten aus. Birnbacher sprach aus, was sich viele seit fünf Jahren denken: Die sechs Millionen für sein Gutachten waren versteckte Parteienfinanzierung. Das Beachtliche daran: Birnbacher gestand nicht im Vorverfahren gegenüber Staatsanwalt oder Polizei. Wie sollte er auch?! Die Anklagebehörde stellte das Verfahren zweimal ein, ohne ihn auch nur einmal ins Kreuzverhör zu nehmen, was nebenbei bemerkt ein Justizskandal ist, der untersucht gehört. Nein, die Einsicht kam ihm erst im laufenden Gerichtsprozess.

Wovor sich Promibeschuldigte à la Karl-Heinz Grasser, Walter Meischberger und Peter Hochegger am meisten fürchten, steht fest: der qualvolle Birni-Effekt. Dass ein Amigo vor Gericht umkippt, Straftaten gesteht und seine Freunde so hinter Gitter bringt. KHG und Co haben einen guten Grund, sich vor einer Anklage zu fürchten. Man weiß nie, wie so ein Prozess ausgeht.

- Ashwien Sankholkar

 
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