Börse International

Reuters
20.07.201216:05 Uhr
General Electric stark wie immer

General Electric stark wie immer

Die Industrie der USA mit General Electric an der Spitze gibt der weltgrößten Volkswirtschaft Anlass zur Hoffnung. Der Mischkonzern konnte ebenso wie bereits sein kleinerer Rivale Honeywell dank der starken Nachfrage auf dem Heimatmarkt im zweiten Quartal die Schwäche des Europageschäfts ausgleichen.

Vor allem Lokomotiven und Flugzeug-Triebwerke des Siemens -Konkurrenten GE waren gefragt. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft stieg um 2,5 Prozent auf 3,66 Milliarden Dollar, wie der Mischkonzern am Freitag mitteilte. Mit 36,5 Milliarden Dollar setzte GE ebenfalls 2,5 Prozent mehr um und lag damit etwa im Rahmen der Erwartungen. Auch die größte Sparte des Konzerns - Energie-Ausrüstungen - lief gut. Dieses Geschäft soll zum Ende des Jahres in drei Bereiche aufgespalten werden: Strom und Wasser, Öl und Gas sowie Energiemanagement. Der Chef der bisherigen Sparte, John Krenicki, verlässt Ende 2012 nach 29 Jahren den Konzern.

An dem Ziel, im Gesamtjahr den Gewinn im zweistelligen Prozentbereich zu steigern, hielt Konzernchef Jeff Immelt fest. Das kam bei Analysten gut an. "GE hatte eine hervorragende Gelegenheit, die Erwartungen nach unten zu schrauben und das auf Europa zurückzuführen. Aber das haben sie nicht getan", sagte Jack De Gan von Harbor Advisory. Sein Kollege Cort Gwon von HudsonView Capital Management ist vorsichtiger. Er mache sich Sorgen darüber, wie GE sich in Europa schlage. Viele stellten sich die Frage, wie internationale Konzerne mit den dortigen Sparmaßnahmen zurechtkämen. "GE ist ein Mikrokosmos für die Sorgen, die wir uns über die Weltwirtschaft machen." Firmenchef Immelt räumte zwar ein, dass das wirtschaftliche Umfeld und auch Europa eine Herausforderung sei. Das sei aber erwartet worden.

Nach anfänglichen Gewinnen drehte die Aktie des größten Mischkonzerns der USA vorbörslich ins Minus. Insgesamt hat das Papier in diesem Jahr knapp elf Prozent an Wert gewonnen und damit deutlich mehr als der Dow Jones Index.

Von Honeywell waren bereits am Mittwoch gute Nachrichten für die US-Wirtschaft gekommen, die nicht so recht auf die Beine kommt. Der Verkauf von Spezial-Chemikalien, Haustechnik sowie Klimaanlagen in den USA trug dazu bei, dass das breit aufgestellte Unternehmen im zweiten Quartal seinen Gewinn um knapp zwölf Prozent steigerte. Fürs Gesamtjahr hob der Zulieferer der Luftfahrtbranche den unteren Rand seiner Prognose-Spanne etwas an.

General Electric verzeichnete das größte Umsatzplus in der Transportsparte. Die Erlöse legten um 27 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar zu. In der größeren Energiesparte stiegen die Einnahmen um 15 Prozent auf 11,9 Milliarden Dollar. Dieses Geschäft hatte der Konzern in den vergangenen Jahre deutlich ausgebaut. Elf Milliarden Dollar steckte der Konzern allein in Übernahmen. Insgesamt soll der Umsatz mit Energie 2012 rund 50 Milliarden Dollar erreichen. Von der Umstrukturierung des Bereichs erhofft sich Immelt in den nächsten beiden Jahren Einsparungen von 200 bis 300 Millionen Dollar.

Bei dem immer noch wichtigen Finanzarm des Konzerns machten sich die Verkleinerungsbemühungen bemerkbar. Die Einnahmen gingen um acht Prozent auf 11,5 Milliarden Dollar zurück.

GE-Konkurrent Siemens veröffentlicht seine Quartalsbilanz am kommenden Donnerstag

 
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