Börse International

Reuters/hahn
16.07.201215:41 Uhr
Citigroup verdient 2,9 Milliarden im Quartal

Citigroup verdient 2,9 Milliarden im Quartal

Die US-Großbank Citigroup hat trotz eines Gewinnrückgangs im vergangenen Quartal Beifall von Anlegern erhalten. Die Aktie des Instituts verzeichnete am Montag Zugewinne.

Die Citigroup leidet wieder stärker unter ihren Altlasten aus der Finanzkrise. Höhere Defizite in den zur Disposition stehenden Geschäften und ein verlustträchtiger Anteilsverkauf in der Türkei brockten der drittgrößten Bank der USA im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang auf 2,9 (Vorjahr: 3,34) Milliarden Dollar ein, wie diese am Montag mitteilte. Der Überschuss lag aber etwas höher als von Analysten erwartet. Die Citi-Aktie legte daher zum Börsenstart um 2,6 Prozent zu. Vorstandschef Vikram Pandit äußerte sich zufrieden: "Wir hatten starkes Wachstum bei Krediten wie bei Einlagen, zeigten Widerstandsfähigkeit im marktorientierten Geschäft und verzeichneten Rekordeinnahmen im Zahlungsverkehr", erklärte er.

Citigroup hatte infolge der Finanzkrise rund ein Drittel des Geschäfts abgespalten, darunter das Konsumkreditgeschäft in den USA, das hohe Wertberichtigungen nach sich gezogen hatte. Diese Firmenteile sollten verkauft werden. Inzwischen seien sie auf zehn Prozent der Bilanzsumme geschrumpft, erklärte die Großbank. Bei fast zehn Prozent der ausstehenden Kredite zweifelt Citi an einer regulären Rückzahlung. Im zweiten Quartal kletterte der Verlust in dem "Citi Holdings" genannten Firmenteil - einer Art "Bad Bank" - im Vergleich zum Vorjahr um fast die Hälfte auf 920 Millionen Dollar. Damit konnte die Citi von April bis Juni insgesamt nur noch knapp eine Milliarde Dollar Rückstellungen für faule Kredite auflösen. Vor einem Jahr war es noch das Doppelte gewesen.

Dazu kam ein Minus von 424 Millionen Dollar aus dem Verkauf des Anteils von 10,1 Prozent an der türkischen Akbank. Dies konnte nur teilweise durch einen Bilanzeffekt wettgemacht werden, der der Bank erlaubte, ihre eigenen Verbindlichkeiten um 219 Millionen Dollar abzuwerten. Ohne diese Sondereffekte wäre der Nettogewinn nur um ein Prozent zurückgegangen. Die Einnahmen im Kerngeschäft blieben praktisch stabil. Die Verwaltungskosten seien um sechs Prozent gesunken. Die harte Kernkapitalquote der Citigroup stieg zum Quartalsende auf 12,7 (März: 12,5) Prozent. Nach den ab 2013 geltenden Vorschriften von Basel III hätte die Quote allerdings nur bei 7,9 Prozent gelegen.

Vorstandschef Pandit verwies auf das starke Kreditwachstum von zehn Prozent auf 527 Milliarden Dollar. Vor allem Darlehen an Unternehmen legten kräftig zu. Im Kapitalmarktgeschäft machte die Citigroup sinkende Einnahmen im Investmentbanking sowie bei Aktien- und Anleihe-Emissionen wett.

 
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