Gesundheit

Martin Kwauka
12.07.201210:03 Uhr
Unfall-Polizzen für Frauen bald deutlich teurer

Unfall-Polizzen für Frauen
bald deutlich teurer

Ab 21. Dezember gilt laut einer EU-Vorschrift für alle neuen Versicherungen das Unisex-Prinzip: Die Prämien für Frauen und Männer müssen gleich hoch sein. Eine Unterscheidung nach Geschlechtern ist danach nur noch bei Verträgen erlaubt, die schon vor diesem Stichtag bestanden.

Wer von dieser EU-Richtlinie profitiert, ist je nach Art der Versicherung ganz unterschiedlich. Der Wegfall eines „Lady-Bonus“ kann Autoversicherungen für Frauen verteuern. Umgekehrt profitieren Frauen bei Lebensversicherungen mit Auszahlung einer lebenslangen Zusatzpension bei künftigen Abschlüssen von höheren monatlichen Zahlungen. Bisher bekamen Frauen deshalb weniger, weil sie wegen ihrer höheren statistischen Lebenserwartung die Zusatzrente länger kassierten.

Besonders krass fallen die Unterschiede in einer privaten Unfallversicherung aus. Hier, so Generali-Vorstand Peter Thirring, zahlen Frauen bisher bis zu 40 Prozent weniger Prämie als Männer. Frauen verursachen nämlich im Durchschnitt deutlich weniger Unfallschäden.

Einige Hundert Euro einsparbar

Wie hoch die einheitlichen Unisex-Prämien ausfallen werden, steht noch nicht fest. Generali-Vorstand Thirring geht jedenfalls davon aus, dass sich die künftigen Prämien nicht genau in der Mitte treffen, sondern eher in der Nähe des Niveaus der heutigen Männerprämien. Hintergrund: Der Anteil der Unfallprämien, die Männer zahlen, ist deutlich höher. Um nicht das Gesamtaufkommen der Unfallprämien zu reduzieren, wird die Versicherungsbranche also die Männertarife als Ausgangsbasis nehmen.

Wer jetzt als Frau noch rechtzeitig vor dem 21. Dezember eine Unfallversicherung abschließt, spart noch viele Jahre viel Geld. So kostet zum Beispiel eine Unfallversicherung für eine weibliche Angestellte, die Anfang 1990 geboren wurde, beim Online-Anbieter zurich-connect.at 109,48 Euro. Dabei beträgt die Versicherungssumme 100.000 Euro, im Falle einer vollständigen Invalidität werden durch die sogenannte Progression bis zu 500.000 Euro fällig. Ein gleichaltriger männlicher Angestellter muss fast 130 Euro zahlen. Im Laufe der Jahre kann sich diese Differenz auf ein paar Hundert Euro summieren.

Wichtig beim Abschluss einer Unfallversicherung ist eine hohe Leistung in wirklich existenzbedrohenden Fällen, die zum Beispiel dann anfällt, wenn der Versicherte nach dem Unfall auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Hier sind eine halbe Million Euro ein guter Richtwert.

Dafür kann man bei Zusatzleistungen sparen. 20 Euro Taggeld für den Spitalsaufenthalt nach einem Unfall sind ganz nett, helfen aber nicht wirklich weiter.

Auch ein Versicherungsbaustein, bei dem zum Beispiel im Falle des Unfalltods 50.000 Euro an die Hinterbliebenen gezahlt werden, ist nicht wirklich sinnvoll. Hier ist es viel besser, gleich eine echte Risiko-Lebensversicherung abzuschließen, die bei jeder Todesursache einspringt. Außerdem sollte der Ablebensschutz mindestens 100.000 Euro betragen, um die Familie wenigstens halbwegs abzusichern. Auch bei diesen Risikopolizzen empfiehlt sich für Frauen eine baldige Unterschrift. Ab dem 21. Dezember wird der Ablebensschutz für Frauen durch die neuen Unisex-Tarife ebenfalls deutlich teurer.

- Martin Kwauka

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