Wohnen

APA/rp
13.07.201215:35 Uhr
Immo-Boom in der Türkei

Immo-Boom in der Türkei

  • Neues Gesetz erleichtert Ausländern den Kauf von Immobilien.

Ausländer kauften im Mai Objekte im Gesamtwert von mehr als 900 Millionen Euro.

Ein neues Gesetz, das den Hausbesitz für Ausländer erleichtert, hat in der Türkei einen Immobilienboom ausgelöst. Allein im Mai wurden Immobilien für rund 903 Millionen Euro an Nicht-Türken verkauft, fast das Vierfache der Gesamtsumme des vergangenen Jahres, wie die Zeitung "Hürriyet" am Freitag in ihrer Onlineausgabe meldete. Der Boom sei vor allem auf das Engagement von zwei europäischen Großinvestoren zurückzuführen, berichtete das Blatt unter Berufung auf Branchenangaben. Die Namen der Firmen wurden nicht genannt, es soll sich um Firmen aus Österreich handeln.

Mit dem im Mai verabschiedeten Gesetz hatte die Türkei die Obergrenze des zulässigen Grundbesitzes von Ausländern von 2,5 auf bis zu 60 Hektar angehoben. Zudem strich das Parlament das bis dahin geltende Prinzip der Gegenseitigkeit: Nur Bürger jener Länder, in denen Türken der Grundbesitz erlaubt war, durften bis zu der Novelle in der Türkei Häuser kaufen. Das hinderte insbesondere Araber am Immobilienerwerb.

Laut "Hürriyet" sehen Investoren angesichts der Euro-Krise die Türkei als vielversprechende Alternative zu Europa; der Immobiliensektor gelte wegen der kürzlichen Liberalisierung als besonders attraktiv. Aber auch potenzielle Käufer aus anderen Regionen interessieren sich für Grundbesitz in der Türkei. Die Zeitung zitierte den Istanbuler Maklerverband mit der Schätzung, dass die Branche mit fast 300.000 Interessenten aus Russland und arabischen Ländern rechne.

 
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