Wirtschafts- und Finanznachrichten Österreich

APA
13.07.201212:23 Uhr
Österreichs Wirtschaft deutlich über EU-Schnitt

Österreichs Wirtschaft deutlich über EU-Schnitt

  • Reales Wirtschaftswachstum betrug im Vorjahr 2,7 Prozent - EU-Schnitt nur 1,5 Prozent.

BIP pro Einwohner bei mehr als 35.000 Euro.

Die österreichische Wirtschaft ist laut Statistik Austria 2011 real um 2,7 Prozent gewachsen. Die bisherigen Berechnungen des Wifo hatten einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3 Prozent ergeben. Österreichs Wirtschaft sei damit aber deutlich stärker gewachsen als der Schnitt der Euroländer bzw. der EU-Länder, wo es jeweils ein Plus von 1,5 Prozent gab. Das BIP zu laufenden Preisen lag damit 2011 bei rund 301 Mrd. Euro (nominell plus 5,0 Prozent) oder 35.710 Euro pro Einwohner.

Rückgang nur in wenigen Bereichen

Die Herstellung von Waren und das Energiewesen waren mit einem realen Wachstum von 8,5 Prozent bzw. 9,4 Prozent maßgeblich für das Plus in der heimischen Wirtschaftsleistung. Auch die Bauwirtschaft legte um 3,5 Prozent real zu. Rückgänge gab es nur in wenigen Bereichen, darunter der Bergbau (minus 3,4 Prozent) und die öffentliche Verwaltung (minus 0,7 Prozent).

Die Arbeitnehmereinkommen haben aber "wieder nicht mit der positiven Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes mithalten können", hieß es am Freitag aus der Behörde zur APA. Die Entwicklung der real verfügbaren Nettoeinkommen blieb mit plus 1,5 Prozent auf 249,62 Milliarden Euro hinter dem realen Wirtschaftswachstum von plus 2,7 Prozent zurück. Das Bruttoinlandsprodukt belief sich auf nominell 300,71 Milliarden Euro. Die nominellen Arbeitnehmerentgelte stiegen mit 3,9 Prozent (auf 148,18 Milliarden Euro) ebenso weniger als die nominellen Unternehmensgewinne (Bruttobetriebsüberschüsse und Selbstständigeneinkommen), die um 6,8 Prozent (auf 120,65 Mrd. Euro) zulegten.

Gründe für das geringere Wachstum der Einkommen seien nicht leicht zu definieren, es zeige sich aber, "es wird mehr Teilzeit und weniger Vollzeit gearbeitet", erklärte eine Statistikerin. Der Konsum entwickelte sich jedenfalls nicht dynamisch und wuchs real nur um 0,5 Prozent auf 220,22 Milliarden Euro. 2010 und 2009 hatte es ein Plus von 1,3 bzw. 0,9 Prozent gegeben.

 
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