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Reuters
12.07.201217:52 Uhr

An der Schweizer Börse spukt das Rezessions-Gespenst

Die Angst vor einer Abschwächung der Weltwirtschaft sowie Enttäuschung über die zögerliche Haltung der US-Notenbank Fed mit Blick auf ein neues Konjunkturprogramm hat die Aktienmärkte am Donnerstag weltweit belastet.

Im Sog der Wall Street verstärkte sich auch an der Schweizer Börse der Abwärtstrend, sagten Händler. Zugleich hielten sich die Umsätze aber in engen Grenzen.

Der Leitindex SMI schloss 0,5 Prozent tiefer bei 6147,57 Punkten. Der breite SPI verlor 0,6 Prozent auf 5693,22 Zähler. Die Fed steht der Möglichkeit weiterer Anleihekäufe eigenen Aussagen zufolge zwar offen gegenüber, viele Mitglieder des Offenmarktausschusses wollen jedoch nur im Falle einer weiteren wirtschaftlichen Eintrübung zu diesem Mittel greifen.

Daneben rückt die wirtschaftliche Lage in China immer stärker in den Blickpunkt. Mit eniger Nervosität schauen die Anleger auf die Angaben zum Wirtschaftswachstum der Volksrepublik, die in der Nacht auf Freitag bekanntgegeben werden. "Die Zahlen dürften schwach ausfallen. Die Frage ist, reagiert die Bank of China und senkt die Zinsen erneut", sagte ein Händler.

Alle Bluechips notierten schwächer. Die grössten Verluste verzeichneten die Anteile von Richemont und Swatch, die um rund vier Prozent nachgaben. "Der Sektor der Luxusgüter leidet unter der Verlangsamung der Verkäufe in China", sagte ein Händler. Bernard Fornas, der Chef der Richemont-Tochter Cartier, hate in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" von einer Absatzverlangsamung in China gesprochen.

Die Konjunktursorgen lasteten auch auf den Aktien von Zyklikern wobei Georg Fischer mit einem Minus von knapp vier Prozent herausstachen.

Adecco büssten trotz besser als erwartetet US-Arbeitslosenzahen mehr als 2,5 Prozent ein. Die Aktie des Stahlkochers Schmolz+Bickenbach stürzte bei ansprechenden Umsätzen gar um sieben Prozent ab.

Die Finanzwerte tendierten mehrheitlich schwächer. Die Aktien der Credit Suisse sanken um 1,9 Prozent und die von UBS verloren ein Prozent.

Die Versicherungspapiere fielen um rund ein Prozent.

Die grössten Verluste erlitt die Aktie von Temenos, die mit einem Abschlag von 28 Prozent auf den tiefsten Stand seit Frühjahr 2009 sank. Der Bankensoftwarehersteller rechnet im laufenden Quartal mit Lizenzeinnahmen von 24 Millionen Dollar - dies entspricht einem Rückgang von 37 Prozent. Gemäss weiteren Angaben verlässt Konzernchef Guy Dubois das Unternehmen.

Auch die Aktien des Pharmariesen Roche büsten etwas an Wert ein. Nestle und Novartis tendierten dagegen stabil.

Die Aktien von Kuoni büssten fast sechs Prozent ein. Am Vortag hatten die Titel nach den vorsichtigen Aussagen von Konzernchef Peter Rothwell über den die Geschäftsaussichten mehr als sieben Prozent eingebüsst.

 
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