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Reuters
12.07.201209:23 Uhr

Asien: Konjunktursorgen geben den Bären Auftrieb

Bad News von der Wirtschaftsfront sorgten für dunkle Wolken an den asiatischen Märkten. Die Angst vor einem weltweiten Einbruch der Konjunktur und damit einhergehend die Sorge um die Unternehmensgewinne drückten die Stimmung in den Keller. Der japanische Nikkei verliert 1,48 Prozent.

Die Aktienmärkte in Fernost haben am Donnerstag wegen der herrschenden Unsicherheit über den Konjunkturverlauf auf breiter Front Verluste eingefahren. Die Zurückhaltung der japanischen Notenbank mit weiteren geldpolitischen Maßnahmen zur Anschiebung der Wirtschaft belastete die Kurse in Tokio. Auf die Stimmung drückte auch der überraschende Rückgang der Beschäftigung in Australien sowie eine unerwartete Zinssenkung in Südkorea, die die Sorge vor einer weltweiten Wirtschaftsflaute verstärkte. Selbst das am Tag zuvor präsentierte massive Spar- und Reformprogramm der spanischen Regierung zur Bekämpfung der EU-Schuldenkrise hellte die Stimmung nicht auf.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index weitete seine anfänglichen Verluste nach der Mitteilung der japanischen Notenbank, den Leitzins weiter im Korridor zwischen null und 0,1 Prozent zu lassen, deutlich aus und schloss mit einem Minus von 1,48 Prozent bei 8720 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,29 Prozent auf 747 Punkte. Am höchsten fielen die Verluste in Südkorea aus, wo die Notenbank angesichts der weltweiten Wirtschaftsschwäche das erste Mal in mehr als drei Jahren die Zinsen senkte und damit den Konjunkturpessimismus der Anleger verstärkte.

Nach unten ging es auch an den Aktienmärkten in Taiwan, Australien, Hongkong und Singapur. Einzig der Markt in Shanghai stemmte sich gegen den Abwärtstrend. Chinas Wirtschaft ist einer Regierungskommission zufolge im zweiten Quartal wohl um rund 7,5 Prozent gewachsen und blieb damit weit hinter früheren Steigerungsraten. Das aufgelegte Konjunkturpaket gewinne aber an Zugkraft und werde das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte ankurbeln, sagte Yu Bin, Direktor des makro-ökonomischen Forschungsinstituts am Donnerstag. Die offiziellen Wachstumsraten für die Zeit von April bis Juni will China am Freitag vorlegen.

Am Vortag hatte bereits die Wall Street enttäuscht auf die Zurückhaltung der US-Notenbank bei der Stützung der Wirtschaft reagiert und den fünften Tagesverlust in Folge verbucht. Auf die Stimmung drückte sowohl in den USA als auch in Asien, dass die Fed kein drittes Lockerungsprogramm signalisiert hat. Aus dem Protokoll der jüngsten Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) waren keine klaren Anzeichen eines weiteren großen Stimulierungsprogramms zu entnehmen. Die Fed steht der Möglichkeit weiterer Anleihekäufe zwar offen gegenüber. Viele FOMC-Mitglieder wollen jedoch nur im Falle einer weiteren wirtschaftlichen Eintrübung zu diesem Mittel greifen.

Bei den Einzelwerten gehörte in Tokio Asahi Glass zu den größten Verlierern. Die Papiere des Glasherstellers brachen um fast sieben Prozent auf ein Dreijahrestief ein, nachdem der Glashersteller seine Gewinnprognose für 2012 gesenkt hatte.

 
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